• Lungenkrankheit Sars kostet Ostasien 15 Milliarden Dollar Weltbank erwartet geringeres Wachstum in der Region

Wirtschaft : Lungenkrankheit Sars kostet Ostasien 15 Milliarden Dollar Weltbank erwartet geringeres Wachstum in der Region

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Berlin (msh/dpa). Die Weltbank schätzt, dass der Wirtschaft Ostasiens durch die Lungenkrankheit Sars mindestens Kosten in Höhe von 15 Milliarden USDollar (13,7 Milliarden Euro) entstehen. Ihre Wachstumsprognose für die Region senkte die Weltbank wegen Sars und der Folgen des Irak-Krieges für 2003 um ein Prozent auf fünf Prozent. Am stärksten betroffen von Sars sei der Dienstleistungssektor mit den Branchen Tourismus, Geschäftsreisen, Transport und Einzelhandel, sagte Weltbank-Vizepräsident Jemal-ud-din Kassum. Allerdings treffe es die einzelnen Länder der Region unterschiedlich hart. Hongkong oder Singapur, die wirtschaftlich stärker vom Tourismus abhängig sind, würden mehr unter Sars leiden als das chinesische Festland. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sprach von „bedeutenden Folgen“ für den Wirtschaftsraum.

Die Lungenkrankheit grassiert seit Wochen besonders in Asien und hat bisher mehr als 260 Todesopfer gefordert. Die Auswirkungen von Sars auf die Wirtschaft gründeten „fast ausschließlich auf Ängsten der Bevölkerung“, sagte Kassum. Entsprechend sei eine offene Informationspolitik in den betroffenen Länder entscheidend, um die ökonomischen Kosten von Sars so gering wie möglich zu halten, riet er. Der Hinweis kann als Seitenhieb auf die chinesische Regierung gewertet werden, die erst am Wochenende die dramatische Lage eingestand.

Der Internationale Luftfahrtverband (Iata) bekräftigte am Donnerstag seine Prognose, wonach der Einbruch bei den Passagierzahlen wegen Sars und des Irak-Krieges in der Branche zu Umsatzeinbußen von rund zehn Milliarden Dollar führen würde. „Die Folgen von Sars sind viel schlimmer als die des Irak-Krieges“, sagte ein Iata-Sprecher. Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific kündigte an, ihre Dividendenzahlung zu überprüfen. Wegen ihrer starken Präsenz in Asien sind nach Aussage des Iata-Sprechers auch europäische und US-Fluggesellschaften wie British Airways oder United Airlines von der Sars-Krise betroffen.

Die Folgen der Lungenkrankheit erreichen aber auch andere Branchen. Die Hotelkette Intercontinental kündigte den Abbau von 800 Stellen an. Grund seien der Irak-Krieg und Sars, sagte Vorstandschef Richard North. „Besonders Hongkong ist hart betroffen.“ Die weltweit zweitgrößte Fastfoodkette Yum Brands (Pizza Hut, Kentucky Fried Chicken) senkte wegen Sars ihre Gewinnprognose. „Sars schadet den Umsätzen in Asien. Das Wachstum in Asien ist in Gefahr“, sagte ein Sprecher. Allein in China betreibt die Kette rund 800 Schnellrestaurants.

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