Luxemburger Steuerskandal : Auch der deutsche Staat soll beteiligt sein

Offenbar haben nicht nur internationale Konzerne Luxemburg als Steueroase genutzt: Laut Deutscher Steuergewerkschaft soll auch die Politik in den Skandal verwickelt sein.

Luxemburg gilt in der EU seit langem als Steueroase.
Luxemburg gilt in der EU seit langem als Steueroase.Foto: dpa

Die Deutsche Steuergewerkschaft (DSTG) sieht auch die deutsche Politik indirekt in den Luxemburger Steuerskandal verwickelt. DSTG-Chef Thomas Eigenthaler sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in Berlin: “Auch der deutsche Staat hat sich in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert.“ So hätten staatlich geführte Landesbanken in Luxemburg, den Niederlanden und Irland ebenfalls in steuerproblematische Konstrukte investiert. “Man hat sich also an diesem Steuerkarussell beteiligt“, sagte Eigenthaler: “Jede öffentliche Bank von einem gewissem Format hat sich dort Filial-Töchter angelacht, um gewisse Geschäfte dorthin zu verlagern“, kritisierte er.

Der Skandal zieht immer weitere Kreise

Der im November von einem internationalen Recherche-Netzwerk enthüllte Skandal um Steuervermeidungs-Strategien von Hunderten internationalen Konzernen in Luxemburg zieht immer weitere Kreise. Neue Unterlagen des Netzwerkes werfen Licht auf Steuer-Deals weiterer Unternehmen wie Skype oder Disney mit den Luxemburger Behörden. Eigenthaler sagte, eine Überraschung seien die Enthüllungen nicht. “Wir Fachleute wissen schon lange, dass Luxemburg, die Niederlande und Irland Steueroasen innerhalb der EU sind“, sagte er. “Das wissen auch die Finanzministerien, auch die EU-Kommission.“ Allerdings sei es immer schwierig gewesen, dieses Problem zu lösen: “Jetzt scheint die Zeit gekommen, in der Empörung entsteht über den aggressiven Steuerwettbewerb dieser Länder.“ rtr

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