Wirtschaft : Luxus fährt nicht von allein

Phaeton, Maybach und Co. sind vor allem gut fürs Renommee

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Fast drei Jahre dauert nun schon die Talfahrt der Automobilmärkte – weltweit. Neuwagenkäufe werden vertagt, weil die Konjunktur lahmt und den potenziellen Käufern das Geld nicht mehr so locker in der Tasche steckt. Nur das Geschäft mit Edel und Luxuskarossen brummt. Deshalb haben sich selbst Hersteller wie Volkswagen, die sonst nur in großen Stückzahlen rechnen, auf das Marktsegment gestürzt. Premiumautos versprechen zwar keinen großen Gewinn, dafür aber Renommee. Doch selbst die automobile Oberklasse verkauft sich nicht von selbst. Das musste Volkswagen mit seinem Prestigeprojekt „Phaeton“ schmerzhaft spüren. Eigentlich planten die Wolfsburger in diesem Jahr bis zu 12 000 Modelle ihres Top-Modells zu verkaufen, dann wurde das Ziel auf 7800 gesenkt. Bis Ende Mai waren es aber nur 1331 Phaetons, die nach Angaben der Branchenexperten von Marketing Systems in Deutschland neu zugelassen wurden. Die Zweifel, ob VW sein schon reduziertes Ziel erreichen wird, wachsen. Daimler-Chrysler macht es sich einfach. Keine Ziele, kein Flop. Die Jahresproduktion von 1000 Maybachs sei ausverkauft, heißt es lapidar in Stuttgart. Man liege voll im Plan. Der Maybach fährt ohnehin in einer Autoklasse, die eher bei Rolls-Royce als beim Phaeton angesiedelt ist. Der konkurriert eher mit dem 7er BMW und S-Klasse von Mercedes. Doch bis das VW-Spitzenmodell so richtig mitmischen kann, wird noch Zeit vergehen. Denn allein die S-Klasse verkaufte in den ersten fünf Monaten des Jahres über 5000 Fahrzeuge. Ob der Phaeton mit dem Audi A 8 auch hausintern Konkurrenz hat, darf bezweifelt werden. Denn den Audi fahren die Käufer selbst, den Phaeton nur mit Chauffeur. Und wer kann sich noch einen Fahrer leisten? fo

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