• Luxus und sanfte Abenteuer ziehen jüngere Klientel - die Bilanz des Unternehmens fällt erfreulich aus

Wirtschaft : Luxus und sanfte Abenteuer ziehen jüngere Klientel - die Bilanz des Unternehmens fällt erfreulich aus

Hella Kaiser

Imageprobleme kennt man bei Studiosus nicht. Seit Gründung des Unternehmens vor 45 Jahren haben es die Münchner verstanden, "die kultivierte Art zu reisen" gewinnbringend am Markt zu positionieren. Der Kunde, so Marketingchef Guido Wiegand, wisse: "Wo Studiosus drauf steht, sind auch hochwertige Studienreisen drin." Und dafür interessieren sich offenbar immer mehr Urlauber. Die jetzt vorgelegte Bilanz des Geschäftsjahres 98/99 fiel rosig aus. Erstmals übersprang man die "Schallmauer von 100 000 Reisenden" und verbuchte ein Umsatzplus von acht Prozent.

Rund 17 000 Gäste wurden in Italien betreut, das damit einmal mehr zum unangefochtenen Spitzenreiter in Europa wurde. Zuwächse gab es auch in Spanien und Portugal. Dass das klassische Studienreiseland Griechenland hinter Frankreich nur noch den vierten Platz einnimmt, führte Guido Wiegand auf das problematische Preis-Leistungs-Verhältnis zurück. Die Griechen müssten umdenken, wenn sie weiter mithalten wollten, so der Tenor. Nicht nur bei diesem Veranstalter, übrigens.

Fernreisen waren stärker gefragt als zuvor. Nordafrika und der Nahe Osten führen hier in der Beliebtheitsskala, doch auch Südostasien und China zogen erheblich mehr Gäste an. Hier kann Studiosus vom allgemeinen Trend profitieren. Rund 4,6 Millionen Deutsche hatten 98/99 eine Fernreise gebucht. Doppelt so viele gar planen in naher Zukunft einen Urlaub in exotischen Gefilden. Studiosus trägt diesem Interesse mit einer Fülle von Angeboten Rechnung.

Neue Zielgruppen wollen sich die Münchner mit Marco Polo Reisen erschließen. An dem Unternehmen sind sie mit zwei Dritteln beteiligt. Umworben wird die jüngere, abenteuerlustige Klientel. Eine Jeepsafari zu den Bergvölkern im westlichen Himalaya etwa wird geboten oder die Teilnahme an tantristischen Klosterfesten in Bhutan. Verstärkt ins Visier genommen werden auch Städtereisende und - last not least - Singles. Unter dem Motto "me & more" haben Alleinreisende die Chance, Bali, Sizilien oder Zypern mit Gleichgesinnten zu entdecken.

Im hart umgekämpften Reisemarkt um eine betuchte Klientel ist Kreativität gefordert. So bietet Studiosus im Luxussegment einen Urlaub auf einer Privatinsel in der Südsee an, in einem Hotel mit nur neun Zimmern. Wer Venezuela schon kennt, kann auf einer ökologischen Hacienda beim Büffelfarming neue Einsichten in das südamerikanische Land gekommen.

Dass Reisen mit Studiosus nicht eben zu Dumpingpreisen zu haben sind, begründet das Unternehmen mit der "Qualität". Rund 750 intensiv ausgebildete Reiseleiter gehören zum Team. Anspruchsvolle Gäste honorierten gute Serviceleistungen. Die Münchner rechnen auch fürs kommende Geschäftsjahr mit einem Plus. Auskunft: Studiosus Reisen, Riesstraße 25, 80992 München. Telefon: 089 / 500 60-0, Fax: 089 / 50 06 01 00.

0 Kommentare

Neuester Kommentar