Wirtschaft : M-Commerce: Das Handy bleibt Spielzeug

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Die Taxirechnung per Handy bezahlen: Ein Trend von morgen. Nach dem Fahrtende ruft der Taxifahrer eine Hotline an und gibt den Rechnungsbetrag und die Handynummer des Fahrgastes ein. Ein Computer ruft zurück und der Fahrgast bestätigt die Zahlung mit einer Geheimnummer auf der Handytastatur. Per Lastschrift wird das Geld eingezogen. Eine pfiffige Idee, weshalb sich die Deutsche Bank auch mit 50 Prozent an dem Wiesbadener Unternehmen beteiligt hat. Auch die Münchener M-Commerce-Anbieter 12snap versuchen ihr Glück mit Versteigerungen per Handy-Display und bringen es in Deutschland auf 200 000 registrierte Kunden. Und Direktbanken werden nicht müde für den Aktienkauf per Tastendruck am Mobiltelefon zu werben. Doch die Umsätze mit dem drahtlosen Einkäufern bleiben bisher spärlich.

Die Marktforscher sind beim Thema M-Commerce vorsichtiger geworden. So geht Forrester Research davon aus, dass im Jahr 2004 in Europa gerade einmal 1,3 Prozent des Handels über Handy laufen wird. Hauptsächlich bei der Buchung von Flügen und Eintrittskarten werden die Europäer künftig zum Handy greifen. Für den großen Durchbruch reicht das nicht.

In der Klemme stecken die Telekom-Gesellschaften, die gerade dabei sind für die Lizenzen und den Aufbau neuer UMTS-Hochleistungsnetze Milliarden auszugeben. Diese Kosten lassen sich nur einspielen, wenn auch genügend Anwendungen bereit stehen, für die bezahlt wird. Das dürften vielleicht Informationsdienste sein, die mit Hilfe gezielter Ortung des Kunden in der Lage sein werden, ortsabhängige Informationen zu übermitteln. Dazu gehören Fahrplanauskunft oder auch ein mobiler Restaurantführer. Die Frage ist jedoch, wie viel Kunden dafür bezahlen werden und wie abgerechnet wird. Die neuen Technologien scheinen den Machern der entsprechenden Angebote weit voraus geeilt zu sein. Im Gegensatz zu Japan, wo M-Commerce-Unternehmer mit dem Herunterladen von Bildschirmschonern und Klingeltönen Millionen verdienen, gilt der Spieltrieb der europäischen Handybenutzer als weniger ausgeprägt. Doch wer weiß: Ein schwedisches Start-up Unternehmen arbeitet an einem "Fang-Mich-Spiel" für Handys. Vielleicht liegt darin die wirkliche Zukunft des M-Commerce.

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