Wirtschaft : M-Dax: Die Werte profitieren besonders von der Steuerreform

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Ein kurzes - dafür aber beeindruckendes - Zwischenspiel konnte der M-Dax im vergangenen Jahr geben. Jetzt wird der Vorhang aber wieder fallen, erwarten Analysten. "Nur wenn sich der Deutsche Aktienindex Dax länger seitwärts entwickeln wird, werden die Investoren wieder in der zweiten Reihe suchen", sagt Ingo Schmitz, Analyst bei Deutsche Bank Research. Allerdings können einzelne Aktien, die extrem unterbewertet sind, auch in diesem Jahr noch interessant sein.

Die Gewichtung der einzelnen Sektoren nennt Schmitz als einen der Hauptgründe dafür, dass der M-Dax den Dax im vergangenen Jahr auf die hinteren Plätze verwiesen hat. Die in Dax und M-Dax notierten deutschen Unternehmen unterscheiden sich vor allem durch die unterschiedliche Marktkapitalisierung. Wesentlich höher bewertet als die 70 im M-Dax notierten Unternehmen sind die 30 im Dax vertretenen Firmen. Gerade so genannte defensive Sektoren sind im kleinen Bruder des Dax stark vertreten - und verzeichneten im vergangenen Jahr angesichts der Krise der Wachstumswerte hohe Kursgewinne. Maschinenbau, Bau, Chemie aber auch die Bereiche Pharma und Finanzservice sind im M-Dax stark gewichtet, sagt Schmitz.

Die so genannten TMT-Titel - Technologie, Medien und Telekommunikation - findet man im Nebensegment für deutsche Aktien allerdings kaum. Letztlich hat also "Glück im Unglück" den M-Dax im vergangenen Jahr auf die Überholspur gebracht. Grundsätzlich zeichnen sich defensive Aktien durch ihre relativ weniger stark schwankenden Kurse aus. Deswegen hätten sich enttäuschte Anleger, die vom Kurssturz der TMT-Aktien böse überrascht wurden, im M-Dax nach Kaufkandidaten umgesehen, sagt Erhard Schmitt, Aktienstratege beim Helaba-Trust. Allerdings wurde das Comeback des MDax von einigen wenigen Aktien getragen. Die Schwergewichte des Index, Beiersdorf, Ergo, Fresenius, Gehe, Heidelberger Druck und MLP konnten kräftig zulegen. Allerdings zählen ehemalige Spitzenwerte wie Ergo dafür seit Jahresanfang zu den Verlieren, sagt Heidrun Heutzenröder, Managerin bei der Fondsgesellschaft Adig.

Auch wenn der M-Dax in diesem Jahr den Dax mit großer Wahrscheinlichkeit nicht überflügeln wird - das Verhältnis von Chancen und Risiken hält Schmitz von Deutsche Bank Research für attraktiver als beim Dax. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) lag beim Dax im vergangenen Jahr bei 25,2 - beim M-Dax deutlich niedriger bei 17,8. Das zeigt: Für eine Mark Gewinn muss bei M-Dax Unternehmen wesentlich weniger Geld bezahlt werden. Ein KGV von 17,8 bedeutet zum Beispiel, dass ein Anleger für einen Euro Gewinn 17,8 Euro einsetzen muss. Diese Tendenz wird sich bis 2002 fortsetzen, glaubt Schmitz und nennt für den Dax ein KGV von 19,4 und für den M-Dax von 13,1.

Positive Impulse könnten in diesem Jahr von der Steuerreform kommen, sind sich Analysten einig. Die Unternehmenssteuersätze werden sinken, beispielsweise wird die Körperschaftssteuer auf einheitlich 25 Prozent sinken (von 30 Prozent auf ausgeschüttete und 40 Prozent auf einbehaltene Gewinne). Davon könnten gerade M-Dax-Unternehmen profitieren. Im Gegensatz zu den eher international ausgerichteten Dax-Firmen produzierten sich noch überwiegend in Deutschland, sagt Schmitz.

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