Machtkampf : IG Metall will VW und Porsche versöhnen

Bei der Auseinanersetzung zwischen VW und Porsche hält die IG Metall immer noch an einem "Friedensgipfel" fest. Die Streiteren zwischen Aufsichtsrat und Vorstand der beiden Automobilhersteller sind für IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine ohnehin nicht nachvollziehbar.

Wolfsburg Die IG Metall hat im Machtkampf von VW und Porsche zur Versöhnung aufgerufen. IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine hält im Streit um die Arbeitnehmervertretung in der künftigen Porsche Holding einen "Friedensgipfel" unter Moderation von IG Metall-Chef Berthold Huber nach wie vor für ratsam. Ein solches Schlichtungstreffen war Ende August wegen mangelnder Erfolgsaussichten kurzfristig abgesagt worden. "Es sollte alles probiert werden, durch vernünftige Gespräche zu einer Änderung der Mitbestimmungsvereinbarung bei der Porsche-Holding zu kommen, die demokratischen Grundsätzen genügt", sagte Meine der Wirtschaftszeitung "Automobilwoche".

Mit Blick auf die Querelen in den Spitzen von Aufsichtsrat und Vorstand der beiden Autobauer mahnte Meine zur Mäßigung. "Das sind vier hoch bezahlte Manager, von denen man verlangen kann, dass sie emotionale Dinge außen vor lassen und fachlich-kompetent ihren Job machen." Und weiter: "Da muss sich wirklich jeder am Riemen reißen und professionell seine Aufgaben erledigen."

Ministerpräsident Christian Wulff ruft zur Versöhnung auf

Nach dem Eklat im Aufsichtsrat vor einer Woche, der die Porsche-Familie gegen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch aufgebracht hatte, erhielt Piëch jetzt Rückdeckung aus dem Lager von VW-Großaktionär Niedersachsen. Der Finanzminister des Landes, Hartmut Möllring (CDU), will von Plänen, Piëch gemeinsam mit der verärgerten Porsche/Piëch-Familie als VW-Aufsichtsratschef abzulösen, nichts wissen: "Das kann ich mir nicht vorstellen. Für Aufgeregtheiten gibt es auch gar keinen Anlass", sagte Möllring dem Tagesspiegel am Sonntag.

Auch Ministerpräsident Christian Wulff hatte zuvor schon zur Versöhnung aufgerufen. Piëch war den Porsche-Vertretern im Aufsichtsrat in den Rücken gefallen, indem er mit seiner Stimmenthaltung dafür sorgte, dass ein Antrag der Arbeitnehmerbank durchkam. Danach müssen alle Kooperationen zwischen der VW-Tochter Audi und Porsche künftig vom VW-Aufsichtsrat gebilligt werden. Porsche erhofft sich nach der Übernahme von VW in diesem Bereich große Synergieeffekte. Im Porsche-Aufsichtsrat wachse der Unmut über Piëch, schreibt der Tagesspiegel am Sonntag. (eb/dpa)

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