Wirtschaft : Machtkampf um die Führung bei Pixelpark

Aufsichtsrat erwägt auch juristische Schritte gegen Gründer Paulus Neef

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Berlin (pes/va/HB). Um die Führung der krisengeschüttelten Pixelpark AG tobt ein Machtkampf. Hauptakteure sind der vor kurzem gefeuerte PixelparkGründer und ehemalige Vorstand Paulus Neef und der neue Pixelpark-Chef Jürgen Richter. Aus Kreisen von Pixelpark heißt es, die neue Führung erwäge auch juristische Schritte gegen Neef sowie andere Mitglieder des früheren Managements. Bislang sei aber noch nichts entschieden. Auf der anderen Seite stehen die zwei neuen Pixelpark-Großaktionäre, die versuchen, Neef zurück ins Management zu holen.

Neef war es vor kurzem gelungen, einen von dem Medienkonzern Bertelsmann gehaltenen Pixelpark-Anteil von 40 Prozent zu verkaufen. Dies geschah im Auftrag von Bertelsmann. Der Konzern reduzierte damit seinen Anteil an Pixelpark von rund 60,3 auf 20 Prozent. Neue Großaktionäre sind Wolf-Dieter Gramatke, Medienmanager und ehemaliger Leiter des Musikunternehmens Universal, sowie Axel Fischer, Gründer und Eigentümer der Potsdamer Multimedia-Firma Mediacs AG. Beide halten jetzt je 20,1 Prozent an Pixelpark. Über den Preis, den sie Bertelsmann gezahlt haben, wollte sich Fischer nicht äußern. Dem Vernehmen nach handelt es sich aber um eine höhere Summe als den in Medienberichten genannten symbolischen Betrag von einem Euro. Fischer und Gramatke werden dem Lager des Pixelpark-Gründers zugeschrieben. Der Aufsichtsrat hatte Neef kurz vor Weihnachten fristlos entlassen. Fischer sprach von einer „ungerechtfertigten Demontage der Internet-Ikone Neef“.

Seither ist der Ex-Bertelsmann-Manager Richter Alleinvorstand von Pixelpark. Noch im Jahr 2000 als Pionier der IT-Dienstleister gefeiert, kämpft die Firma mittlerweile ums Überleben. Der Aufsichtsrat, der Neef schon lange Management-Fehler vorgeworfen hatte, sieht offenbar jetzt eine Möglichkeit, den Vorwurf der Untreue zu erheben und strafrechtlich gegen Neef vorzugehen. Anlass ist ein rund 200 Seiten langer Prüfbericht einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei. Dieser untersucht auch den Kauf einer Pixelpark-Tochter, die zuvor dem Vater von Neefs Lebensgefährtin gehört hatte. Der Bericht kommt zu dem Schluss, Neef habe einen überhöhten Preis gezahlt. Im Lager der Neef-Fraktion wies man aber darauf hin, dass der bei dem Bericht federführende Dieter Bohnert seit Jahren als Anwalt für Richter tätig sei.

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