Wirtschaft : Machtwechsel in Berlin: Keine Angst vor Verdi in Berlin

Alfons Frese

Zum Thema Online Spezial: Machtwechsel in Berlin Wie hältst du es mit der ÖTV? Diese Frage muss sich ein Regierender Bürgermeister nicht mehr stellen - weil die ÖTV in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgeht. Das Problem wird dadurch allerdings nicht kleiner: Verdi ist noch mächtiger als die ÖTV. Diepgen und Landowsky meinten, wer der ÖTV weh tut, wer den Beschäftigten in Verwaltungen und Eigenbetrieben zu viel zumutet, der könne in Berlin keine Wahlen gewinnen. Also haben die Spitzenstrategen der CDU auf Kosten der Allgemeinheit einen Schutzzaun um den öffentlichen Sektor gezogen. Ob sich der Sozialdemokrat Wowereit traut, diesen Zaun einzureißen? Er hat ein paar Mal angefasst und nach den prompten wütenden Reaktionen aus dem Gewerkschaftslager erschrocken losgelassen. Vielleicht machen ihm die Fakten und ein Gespür von Gerechtigkeit mehr Mut. Obwohl zehntausende von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst abgebaut wurden, gibt es erstens noch immer zu viele Stellen und sind zweitens die Kosten nicht gesunken. Anders gesagt: Immer weniger Beschäftigte im öffentlichen Dienst bekommen immer mehr Geld. Geld, das von den Beschäftigten in der privaten Wirtschaft aufgebracht werden muss, die schlimme Jahre hinter sich haben. Allein in der Industrie haben Hunderttausende Berliner ihren Arbeitsplatz verloren. Und im öffentlichen Dienst darf es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, obwohl die Leute nicht gebraucht werden? Das ist absurd. In Diepgens allerletztem Sanierungsplan war "ein zentraler Stellenpool für die Überhangkräfte des Landes" vorgesehen. Diese Augenwischerei ist hoffentlich vorbei. Nur Mut, Herr Regierender Bürgermeister.

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