Wirtschaft : Madoffs schwarze Liste

Auch Deutsche und Commerzbank betroffen

New York/Frankfurt - Im Madoff-Betrugsskandal an der Wall Street hat ein New Yorker Gericht eine Liste mit tausenden Kunden des Ex-Brokers veröffentlicht. In dem 162-seitigen Dokument finden sich neben anderen auch die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Dresdner Bank und die Bayerische Landesbank. Die am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlichte Aufstellung listet allerdings nicht die von den Kunden investierten Summen auf. Auch geht aus dem Dokument nicht hervor, wie aktuell die Daten sind. So stehen auf der Liste auch nicht mehr existierende Finanzhäuser.

Die Commerzbank wollte am Donnerstag keinen Kommentar abgeben. Von der BayernLB hieß es: „Die BayernLB München ist selbst nicht in Madoff-Fonds engagiert.“ Indirekt über Fonds sei die Bank in einer Höhe von unter einer Million Euro betroffen. Der Mitte Dezember festgenommene Madoff hatte den Schaden durch sein Schneeball-System auf rund 50 Milliarden Dollar beziffert. Der 70-Jährige steht gegen eine Millionen-Kaution in seinem Nobel-Appartement in New York unter Hausarrest.

Die tatsächlich von Kunden bei Madoff investierte Summe könnte Experten zufolge deutlich unter den von ihm selbst genannten 50 Milliarden Dollar liegen. In der Summe seien womöglich nicht nur die eingezahlten Gelder, sondern auch die angeblichen Gewinne enthalten. Der tatsächliche Verlust der Anleger könne daher eher rund 20 Milliarden Dollar betragen, schätzen einige Experten. Zu den größten bisher bekannten Opfern zählen auch die spanische Banco Santander, die österreichische Bank Medici, die Schweizer UBP und die britische HSBC. dpa

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