Magna-Konzept : Magna fordert Milliarden für Opel-Pensionen vom Bund

Der Autozulieferer Magna stellt Bedingungen für eine Opel-Rettung: Der Staat soll sich an den Pensionskosten des Konzerns beteiligen.

Das will der Spiegel erfahren haben. Demnach fordert Magna in dem Konzept, das das Unternehmen bei der Bundesregierung eingereicht hat, diese drei Milliarden Euro zusätzlich zu einer Bürgschaft von 4,5 Milliarden Euro als Hilfe vom Bund.

Magna werde mit dem amerikanischen Opel-Mutterkonzern General Motors (GM), der Bundesregierung und dem Pensionssicherungsverein zusammenarbeiten, "um eine akzeptable Lösung zu finden und einzuführen", berichtet das Magazin weiter. Magna stelle zudem in Aussicht, jedes Jahr zwei Prozent seines Nettogewinns für wohltätige Zwecke zu spenden.

Aus Regierungskreisen hieß es jedoch inzwischen, Magna beharre nicht auf der staatlichen Beteiligung und zeige sich in der Frage der Pensionslasten flexibel.

Obwohl in den deutschen Opel-Werken Personal abgebaut werden soll, um Kosten zu sparen, sollen gleichzeitig mehr Autos hergestellt werden. In Rüsselsheim sind künftig 250.000 Autos anvisiert statt derzeit 160.000. In Bochum solle die Produktion um 58.000 Einheiten steigen. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte dem Magazinl: "Eine Risikoanalyse, die keine Zweifel lässt, steht noch aus." Die Insolvenz bleibe immer noch eine Option.

Dass im Dreikampf um die Zukunft des deutschen Autobauers Opel mit der amerikanischen Mutter General Motors der Autozulieferer Magna die besten Karten hat, wurde am Freitag nach einem Spitzentreffen der Bundesregierung mit den vier Regierungschefs der Bundesländer mit Opel-Standorten deutlich. Nur der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) machte klar, er stimme dem Magna-Konzept nicht zu, weil Nordrhein-Westfalen überproportional belastet werde. Auch das Management von Opel und GM würde den Einstieg von Magna bevorzugen, hieß es.

Damit gerät Fiat im Übernahmekampf zwar ins Hintertreffen, hat aber noch nicht aufgegeben. Der italienische Konzern hat in den vergangenen Stunden sein Konzept nachgebessert, wie Guttenberg am Rande einer Unions-Fraktionssitzung vor der Bundesversammlung sagte.  Der Wirtschaftsminister deutete an, dass Fiat nun bereit sei, mehr Risiken selbst zu tragen und sich mit höherem Eigenkapital an Opel zu beteiligen.

Dritter Bieter im Bunde ist der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood, dem wenig Chancen eingeräumt werden, obwohl sein Konzept ein Bonbon für die US-Mutter General Motors (GM) beinhaltet: Der Finanzinvestor will sich dem Vernehmen nach zwar beteiligen, das Geschäft aber weiter in Detroit führen lassen. Bei der Opel-Belegschaft stößt diese Vorstellung auf wenig Gegenliebe, da sie sich ohnehin an dem autoritären Führungsstil von GM reibt. Opel-Betriebsrat und die Bundesregierung sähen es außerdem lieber, wenn der neue Opel-Eigner nicht aus der Finanz- sondern selbst aus der Industrie käme.

Viel Zeit für Entscheidungen bleibt nicht mehr, denn bereits in der nächsten Woche könnte GM in die Insolvenz gehen. Notfalls will die Bundesregierung Opel dann mit einem Treuhandmodell so lange über Wasser halten, bis ein Investor gefunden ist. Diesem Plan müsste auch GM zustimmen. Laut Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will die Regierung bis Ende nächster Woche eine Grundsatzentscheidung treffen.

ZEIT ONLINE

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