Magna : Opel-Rettung: Tempo, Tempo, Tempo

Magna hat beste Chancen bei Opel. Experten mahnen aber wegen der drohenden GM-Insolvenz zur Eile.

Henrik Mortsiefer
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Neuer Glanz für Opel? Die Regierungen und GM haben die Wahl zwischen drei Übernahme-Offerten. Ende kommender Woche soll eine...

BerlinUngeachtet der möglicherweise schnellen Einigung auf einen privaten Investor für Opel wächst die Sorge vor einer Insolvenz der Mutter General Motors (GM). „Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass GM kommende Woche in die Insolvenz geht und dass das enorme Auswirkungen auf Zulieferer haben kann, die auf Vorkasse bestehen“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz am Freitag. Die Opel-Mitarbeiter wollen deshalb durch Lohnverzicht die Liquidität des Autobauers sichern. Die Belegschaft im Stammwerk Rüsselsheim und im Testzentrum im hessischen Rodgau-Dudenhofen werde im Mai und Juni jeweils 1,5 Tage arbeiten, ohne dafür Geld zu erhalten, sagte Franz.

Die in Berlin geäußerte Sympathie für das Übernahmekonzept des österreichisch-kanadischen Autozulieferers und -herstellers Magna wird von der Opel-Belegschaft geteilt. Trotz des wohl geplanten Stellenabbaus will Magna die deutschen Werke erhalten, ebenso die Zentrale in Rüsselsheim. An der Spitze des neuen Unternehmens soll der jetzige GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster stehen. In den deutschen Fabriken (siehe Grafik) sollen auch künftig nur Wagen der Marke Opel vom Band rollen, während in anderen GM-Werken in Europa künftig auch andere Marken montiert werden könnten. Magna hat Erfahrung als Entwicklungs- und Produktionspartner für verschiedene Autohersteller. Das Unternehmen produziert neben Kfz-Systemen, Baugruppen und Modulen auch komplette Fahrzeuge – etwa für Mercedes-Benz, Chrysler, Saab oder BMW.

Ob Magna bei Opel zum Zuge kommt, hängt vor allem an der US-Regierung. Ein Ultimatum von US-Präsident Barack Obama für GM läuft Ende Mai ab. Kann der Konzern bis dahin keinen tragfähigen Rettungsplan vorlegen, droht die Insolvenz. Ist bis dahin auch keine Lösung für Opel gefunden, hätte dies dramatische Folgen. Der Duisburger Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer warnte, die Lage bei Opel bleibe ernst. Der Autohersteller brauche eine „schnelle Lösung“. Ein Vergleich der Produktionszahlen der ersten vier Monate dieses Jahres zeige, dass Opel (und seine britische Schwester Vauxhall) 40 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen habe. Im Fall einer GM-Insolvenz sei mit einem massiven Einbruch zu rechnen. „Man kann sich keinen Tag Verzögerung mehr erlauben“, sagte Dudenhöffer.

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