Wirtschaft : Mahnung an die Telekom

Dem Konzern fehlt die Perspektive, klagen Aktionäre.

Köln - Die Aktionäre setzen Telekom- Chef René Obermann immer stärker unter Druck. Bei der Hauptversammlung des Unternehmens am Donnerstag in Köln äußerten Kleinanleger ihren Unmut vor allem über die Entwicklung des Aktienkurses und über das schwächelnde Geschäft des Unternehmens im In- und Ausland. „Die Telekom braucht dringend eine Perspektive, um ein Ausbluten zu verhindern und um Umsatz- und Marktanteile zu verteidigen“, sagte Klaus Kaldemorgen von der Fondsgesellschaft DSW.

Obermann verwies darauf, dass sich der Konzern in einem schwierigen Markt besser geschlagen habe als die vergleichbaren europäischen Konkurrenten. An der Börse notierte die T-Aktie am Nachmittag mit 8,77 Euro leicht im Plus.

Das bröckelnde Kerngeschäft will Obermann künftig durch steigende Umsätze in den Wachstumssparten auffangen. So sollen sich die Erlöse aus dem mobilen Internet, aus Cloud- und Onlinediensten für Privatkunden sowie dem Bereich vernetztes Zuhause auf ein Volumen von 29 Milliarden Euro erhöhen. Man müsse den Geschäftsfeldern aber Zeit für ihre Entwicklung geben. In den USA sucht die Telekom weiter nach einer Lösung für die angeschlagene Tochter T-Mobile. „Ein vollständiger Verkauf wie an AT&T ist aber eher unwahrscheinlich, wir müssen andere Wege gehen“, sagte Obermann. Alle Optionen seien offen. 2011 war der geplante Verkauf an den Konkurrenten AT&T am Widerstand der Aufsichtsbehörden gescheitert. dpa

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