Wirtschaft : Makler melden Rekord bei Vermietungen Berliner Bürohäuser auch bei Investoren begehrt

Amazon zieht ins Dom-Aquarée. Foto: M. Wolff
Amazon zieht ins Dom-Aquarée. Foto: M. Wolff

Berlin - Berlins Immobilienmarkt hat den Stresstest mit Bestnote bestanden. Im ersten Halbjahr wurden so viele Büroflächen in der Stadt vermietet wie seit zehn Jahren nicht mehr: über 280 000 Quadratmeter, fast 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu den wichtigsten neu abgeschlossenen Mietverträgen, die Berlin zu der nach München erfolgreichsten Immobilienhochburg Deutschlands machen, zählen der Zuzug von Internet-Händler Amazon in das DomAquarée in Mitte, der Vertriebsabteilung von Mercedes-Benz auf das Anschutz-Areal in Friedrichshain sowie der Technischen Universität in den Stadtteil Tiergarten. Dies geht aus Marktberichten der Makler Jones Lang Lasalle und BNP Parisbas Real Estate hervor.

„Die Rekordvermietung ist Ausdruck der positiven wirtschaftlichen Entwicklung Berlins“, sagte der Vermietungschef von Jones Lang Lasalle, Jan Hübler. Aufgrund der großen Nachfrage seien die Mieten geringfügig auf 21 Euro je Quadratmeter in Spitzenlagen wie dem Potsdamer Platz gestiegen, ein Plus von 50 Cent. Auch habe sich die Zahl leer stehender Büroflächen leicht verringert: auf knapp 1,5 Millionen Quadratmeter. Das ist zwar immer noch eine gewaltige Summe, die aber gemessen an dem ebenfalls großen Bürohausangebot der Stadt einer „Leerstandsquote“ von nur neun Prozent entspricht. Nur in einer anderen deutschen Stadt ist die Leerstandsquote noch niedriger, in Stuttgart.

Solvente Mieter und eine Immobilie in guter Lage, das lockt die Investoren in die Stadt. Vier Objekte im Wert von „jeweils hundert Millionen Euro“ wechseln in wenigen Wochen den Eigentümer, sagt der Investmentchef von Jones Lang Lasalle Philipe Fischer. Ein stabiler Markt, risikoarme Objekte, „das spricht für Berlin“, sagt Fischer. Mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro im ersten Halbjahr liegt Berlin an dritter Stelle unter den deutschen Investmenthochburgen, nur knapp hinter Hamburg (1,1 Mrd. Euro) und Frankfurt (1,33 Mrd. Euro).

Im Fokus der Investoren stehen Immobilien in Innenstadtlagen Berlins. Allerdings rechnen die Makler in Zukunft auch in Schönefeld mit einer kleinen „Sonderkonjunktur“: durch die zahlreichen Projekte am neuen Flughafen Berlin-Brandenburg International.

Auch der Berlin-Chef des Investmentmaklers BNP-Parisbas Real Estate Sven Stricker sagt: „Berlin ist in bei Investoren.“ Die Stadt habe sich nun dauerhaft unter den drei beliebtesten Investmentmetropolen Deutschlands etabliert. ball

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