Wirtschaft : Makromarkt muss weitere Stellen streichen

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Berlin Die Elektrokette Makromarkt will in Berlin nochmals 152 Stellen abbauen. Das bestätigte eine Firmensprecherin am Montag. Die Zahl der Filialen ist 2005 von neun auf noch fünf gesunken. Zuletzt hatte im Juni der Makromarkt am Kurfürstendamm geschlossen.

Makromarkt steckt bundesweit in der Krise. Die Firmenchefs Michael und Matthias Wegert fahren einen harten Sparkurs. Seit Ende 2003 haben sie die Zahl der Mitarbeiter deutschlandweit von 2300 auf 1500 reduziert. Von knapp 100 Filialen sind noch 50 übrig geblieben. Nach dem Wiedereinstieg der Wegert-Brüder im Jahr 2003 hatte es noch andere Pläne gegeben. Damals hatten sie das Unternehmen von der Kingfisher-Gruppe zurückgekauft und angekündigt, bei den Elektrodiscountern die Preisführerschaft übernehmen zu wollen.

Doch in der folgenden Rabattschlacht mit der Metro-Tochter Mediamarkt-Saturn konnten die Wegerts nicht mithalten. Während der Konkurrent Jahr für Jahr Rekordumsätze schrieb, geriet Makromarkt immer tiefer in die Krise. „Auch 2004/05 hatten wir keine schwarzen Zahlen“, heißt es im Unternehmen. Genaue Daten gibt es nicht. Nun will Makromarkt 2006 wieder schwarze Zahlen schreiben. „Wir sichern lieber den Betrieb von 48 Märkten, als mit unrentablen Standorten das Gesamtunternehmen zu gefährden“, sagte Michael Wegert.

Die Beschäftigten tröstet das nicht. An eine sozialverträgliche Lösung glaubt in Berlin niemand. „So viele Stellen – das geht nur über Massenentlassungen“, sagte Achim Neumann von der Gewerkschaft Verdi dieser Zeitung. Er vermutet, dass Makromarkt fast die komplette Verwaltung in Berlin streichen will. Genaue Informationen habe Verdi nicht. Neumann: „Alles, was mit den Brüdern Wegert zu tun hat, ist sehr obskur. Da spielt keiner mit offenen Karten.“ awm/dpa

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