Wirtschaft : Mama hält zu Paolo

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Jeonju (dpa). Vor vier Jahren in Frankreich waren Vater und Sohn noch ein Team, doch bei der Weltmeisterschaft in Asien gehen die beiden Italiener Cesare und Paolo Maldini getrennte Wege. Beide sind für unterschiedliche Länder im Einsatz.

Als Trainer von Paraguay darf Senior Maldini am Freitag im südkoreanischen Jeonju gegen Spanien zumindest nicht verlieren. Junior Maldini hat mit Italien schon vor dem zweiten Gruppenspiel am Samstag im japanischen Ibaraki gegen Kroatien Kurs aufs Achtelfinale genommen. Ein Aufeinandertreffen der Mailänder Fußballer-Familie wäre möglich, wenn sich beide Maldinis mit ihren Teams für das Viertelfinale qualifizieren.

„Daran wage ich aber nicht zu denken“, sagt Papa Maldini, der weiß, dass seine Frau in diesem Fall für ihren Sohn die Daumen drücken würde.

Vorerst begnügen sich Vater und Sohn damit, täglich zu telefonieren. „Nach dem 2:2 gegen Südafrika und dem umstrittenen Elfmeter habe ich ihn aber lieber nicht angerufen. Ich wusste, dass er sauer ist“, erzählt Paolo. In solchen Momenten will sein Vater nicht einmal mit ihm reden. Cesare Maldini ist mit 70 Jahren der älteste Trainer bei der Weltmeisterschaft.

Im März übernahm er die schwierige Mission in Südamerika. Sein Vorgänger Sergio Markarian war gefeuert worden, obwohl ihm mit Paraguay die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Asien gelungen war. Maldini erhielt erst nach langen Diskussionen eine auf ein halbes Jahr begrenzte Arbeitsgenehmigung.

Wie sehr ihn seine fünfte WM-Teilnahme (1962 Spieler, 1982 und 1986 Assistent des legendären Enzo Bearzot, 1998 Trainer) reizte, war vor allem seiner Gattin klar. „Ich habe meine Frau angeschaut und sie mich. Sie hat nichts gesagt. Die Entscheidung war gefallen.“ Cesare Maldine hat damit den Vorsprung vor seinem Sohn gehalten. Paolo, der nie für einen anderen Klub als den AC Mailand gespielt hat, bringt es kurz vor seinem 34. Geburtstag auf mittlerweile vier WM-Teilnahmen. Der Kapitän und Rekordnationalspieler der „Squadra Azzurra“ steht vor seinem insgesamt 124. Länderspiel-Einsatz und will sich nach der Endrunde in Asien aus der Nationalmannschaft zurückziehen. Vorher will er noch versuchen, den WM-Rekord von Lothar Matthäus einzustellen. Sollte Italien das Finale erreichen und Maldini in allen sieben Spielen eingesetzt werden, käme er auf 26 Endrunden-Einsätze. Damit hätte er den Deutschen um ein Spiel übertroffen.

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