Mamma mia : Starbucks will Kaffee in Italien verkaufen

Kühlschränke am Nordpol verkaufen zu wollen wäre wohl kaum weniger ehrgeizig: Die US-Kette Starbucks will jetzt auch Läden in Italien eröffnen. Das Land gilt als härtester Kaffeemarkt der Welt.

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In deutschen Großstädten (hier München) ist Starbucks längst allgegenwärtig.
In deutschen Großstädten (hier München) ist Starbucks längst allgegenwärtig.Foto: Hase/dpa

Mamma mia: Die US-amerikanische Coffeeshopkette Starbucks macht Ernst mit ihren Plänen, nach Italien zu expandieren. Anfang 2017 wolle man eine Filiale in Mailand eröffnen, teilte das Unternehmen in Seattle mit. Dabei will es mit dem italienischen Entwickler Percassi zusammenarbeiten, der schon viele internationale Marken wie Benetton und Swatch mit aufgebaut hat. Man sei bereit, Millionen zu investieren, kündigte Konzernchef Howard Schultz an. Eigenen Worten nach kommt er mit „Demut und Respekt“ nach Italien: Schließlich sei ihm hier, während eines Urlaubs in den Achtzigerjahren, die Idee gekommen, Espressogetränke in den USA zu vertreiben.

Italiens Kaffeekultur ist legendär

Starbucks, das weltweit 23 000 Niederlassungen zählt, mixt bereits jeden zehnten Frappuccino in Europa. In Berlin und London ist das grüne Meerjungfrauen-Logo längst allgegenwärtig. Vor Italien scheute der Getränkeproduzent bisher aber zurück. Aus gutem Grund: Italiens Espressokultur ist legendär. Hier ließ Giovanni Gaggia 1938 die Espressomaschine patentieren, für viele Arbeiter ist der kleine Schwarze an der Bar zum Start in den Tag ebenso elementar wie das Kaffeehaus als Treffpunkt von Literaten seit Jahrhunderten. Man stelle sich vor, Goethe hätte in Rom statt des Antico Caffè Greco ein Starbucks vorgefunden. Und was wäre der Markusplatz in Venedig mit einem Starbucks anstelle des Florian? Nunja, zumindest kaum weniger teuer.

Domino's will Pizza verkaufen, Ben and Jerry's versuchte es mit Eis

Schultz jedoch scheint überzeugt, dass er den Italienern mit seinem Karamellsirup das Dolce Vita noch versüßen kann. Die Chuzpe und den Größenwahn, ihnen etwas zu verkaufen, das sie selber erfunden haben, hatten vor ihm übrigens schon andere Amerikaner: So hat Domino’s Ende vergangenen Jahres einen Pizzaservice in Mailand gestartet, bereits 2011 eröffnete Ben and Jerry’s zwei Eisdielen. Die sind inzwischen – grazie a Dio! – aber wieder verschwunden.

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