Wirtschaft : MAN auf Wachstumskurs

Hohe Nachfrage nach Lastwagen steigert das Ergebnis des Nutzfahrzeugkonzerns / Dividende erhöht

Nicole Huss

München – Dank hoher Nachfrage nach Lkw, Rollendruckmaschinen und Schiffsdieseln hat der Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern MAN sein Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich verbessert. Die Dividende soll um 40 Prozent auf 1,05 Euro steigen. Auch für 2005 zeigte sich der seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Hakan Samuelsson optimistisch. Er erwartet einen weiteren Gewinn- und Umsatzanstieg und kündigte ehrgeizige Renditeziele an.

„Es gilt als unwahrscheinlich, dass sich die Konjunktur im laufenden Jahr wesentlich eintrüben wird“, sagte Samuelsson am Donnerstag in München. MAN werde seinen Wachstumskurs trotz des schwachen Dollarkurses und der hohen Rohstoffpreise fortsetzen. Darauf deute der gute Auftragsbestand mit einem Volumen von 8,2 Milliarden Euro hin. Samuelsson sagte, er erwarte für den Konzern ein Umsatzplus von fünf Prozent und einen Gewinnzuwachs in zweistelliger Höhe. Dazu sollten vor allem ein erhöhtes Produktionsvolumen, Preiserhöhungen und das eingeleitete Kostensparprogramm beitragen.

MAN hatte im Herbst längere Arbeitszeiten in den Sparten Druckmaschinen und Dieselmotoren durchgesetzt und mehrere Standorte in der defizitären Bogendrucksparte zusammengefasst.

Im Jahr 2004 hat MAN seinen Auftragseingang vor allem dank Auslandsaufträgen um 17 Prozent gesteigert. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis sprang um 74 Prozent auf 453 Millionen Euro. Den größten Anteil lieferten die wichtigste Konzernsparte Nutzfahrzeuge sowie die Bereiche Industriedienstleistungen und Turbomaschinen.

Die Druckmaschinensparte, die lange Zeit unter der Flaute auf dem Zeitungsmarkt gelitten hatte, schaffte mit einem operativen Ergebnis von drei Millionen Euro die Ertragswende. Sorgenkind bleibt allerdings der Bereich Bogendruck, der im Jahr 2004 noch tief im Minus steckte. Samuelsson sagte, er wolle dort im laufenden Jahr eine schwarze Null sehen. Dazu sollten das Kostensparprogramm und verbesserte Produktionsabläufe beitragen.

Samuelsson gab dem Konzern ehrgeizigere Renditeziele vor. Das Umsatzziel erhöhte er von fünf auf sechs Prozent. Das Ziel für die Rendite auf das eingesetzte Kapital beträgt künftig 18 anstatt 15 Prozent. Im Gegensatz zu früher soll sich die Rendite dabei künftig am operativen Ergebnis orientieren.

Die seit längerem geplanten Verkäufe der Randbereiche MAN Technologie und Schwäbische Hüttenwerke scheinen näher gerückt zu sein. Samuelsson sagte, die Voraussetzungen seien besser geworden. Beim Raumfahrtzulieferer MAN Technologie habe dazu der erfolgreiche Start der Ariane-Rakete beigetragen. Verstärken will sich MAN bei den Dieselmotoren. Samuelsson sagte, MAN habe Interesse an der Übernahme der MTU Friedrichshafen, die der Mutterkonzern DaimlerChrysler verkaufen will. Es gebe derzeit Gespräche.

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