Wirtschaft : MAN: Der Konzern enttäuscht mit Gewinneinbruch

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Der Aktienkurs des Maschinen- und Anlagenbauers MAN ist am Mittwoch nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen und einer abermaligen Gewinnwarnung stark um fast vier Prozent eingebrochen. In diesem Jahr erwartet Konzernchef Rudolf Rupprecht nun einen Rückgang des Ergebnisses vor Steuern um 40 Prozent von 668 Millionen auf 400 Millionen Euro. Ohne den Sonderertrag von 68 Millionen Euro aus dem Verkauf der US-Tochter Elliott ergibt sich ein Minus von einem Drittel.

Bislang hatte MAN angekündigt, dass das Ergebnis 2001 um deutlich mehr als zehn Prozent sinken werde. Analysten hatten daraufhin mit einem Minus von 15 bis 25 Prozent gerechnet und zeigten sich enttäuscht. "Die Zahlen sind deutlich unter der Erwartung", sagte Jürgen Warfsmann von der Hypo-Vereinsbank. Im ersten Halbjahr halbierte sich das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 245 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern brach auf 155 (Vorjahr: 440) Millionen Euro ein. Der Auftragseingang ging um neun Prozent, der Umsatz um zwölf Prozent.

Der Konzern begründet das schwache Halbjahr vor allem mit den Problemen im Nutzfahrzeugbereich. Die größte Konzernsparte leidet unter der schwachen Konjunktur. Zudem belasten Kosten aus der Umstellung des Modellprogramms die Ertragslage. Der Abbau von 4000 Stellen läuft bereits. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kamen jetzt die unerwarteten Verluste der britischen Tochter ERF hinzu, die mit 36 Millionen Euro zu Buche schlugen. Im Gesamtjahr rechnet MAN mit einer Ergebnisbelastung von 50 Millionen Euro, nachdem bereits "hohe zweistellige Millionen-Euro-Verluste nach Steuern" im Jahr 2000 durch Auflösung von Rückstellungen aufgefangen werden konnten. Insgesamt dürfte ERF den Konzern mit mehr als 150 Millionen Euro belasten. Der Konzern wirft dem ERF-Management Bilanzfälschung vor.

Auch die Probleme der Hütten- und Walzwerktechnik im SMS-Verbund belasten MAN. Die kräftigen Ertragssteigerungen der Industriellen Dienstleistungen, Druckmaschinen und Financial Services sowie die leichte Ertragssteigerung bei den Dieselmotoren konnten die schlecht laufenden Bereiche nicht kompensieren. Im Gesamtjahr rechnet MAN mit einem Umsatzwachstum von 14,6 auf 16 Milliarden Euro, wobei die Hälfte davon akquisitionsbedingt ist.

Ursprünglich wollte MAN bereits 2002 die Ertragsstärke vom Boom-Geschäftsjahr 1999/2000 erreichen, als auf das eingesetzte Kapital eine Rendite von mehr als 15 Prozent erreicht wurde. Jetzt rechnet MAN ein Jahr später damit. Ulrich Scholz von der DG-Bank hat die Aktie auf "reduzieren" heruntergestuft, ebenso Merrill Lynch.

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