Wirtschaft : MAN geht Busgeschäft an

Die Produktion soll zum Teil nach Polen gehen

München – Der MAN-Konzern wendet sich mitten im boomenden Lkw- und Motorengeschäft seiner letzten Baustelle zu. „Das Busgeschäft ist unser einziger Problembereich“, sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson am Mittwoch in München. „Wir werden das in Ordnung bringen. Wenn es geht ohne betriebsbedingte Kündigungen.“ Betroffen ist das Werk Salzgitter, wo 1400 Beschäftigte arbeiten. MAN prüft nach den Worten von Samuelsson eine Teilverlagerung nach Polen, wo MAN derzeit eine Lastwagen-Fertigung aufbaut und die Lohnkosten erheblich günstiger sind.

Während alle anderen Bereiche im ersten Halbjahr 2007 Rekordzahlen vorlegten, fiel im Busgeschäft ein Minus von 13 Millionen Euro an. Bis zum Jahresende soll ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden. MAN wendet im ersten Halbjahr 130 Millionen Euro für Rückstellungen und Goodwill-Abschreibungen für seine Bustochter Neoplan auf. 7000 Busse wird MAN in diesem Jahr bauen, gegenüber 92 000 Lkw.

Die nach wie vor starke Nachfrage nach Lastwagen treibt den Konzern zu neuen Rekorden, die Münchner wollen bereits Ende 2008 mehr als 100 000 Lkw pro Jahr produzieren.

Im ersten Halbjahr 2007 stieg der Umsatz im Geschäft mit Lastwagen, Dieselmaschinen, Turbopumpen und Dienstleistungen um zwölf Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, der Auftragseingang legte gar um 20 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro zu. Mit 721 Millionen Euro liegt das operative Ergebnis um 52 Prozent über dem des Vorjahres, im Ergebnis nach Steuern kompensierte eine Sonderzahlung über 370 Millionen Euro von Daimler-Chrysler die Belastungen aus dem Busgeschäft gleich mehrfach. Die Stuttgarter wurden zu einer Schadenersatzzahlung verurteilt, weil beim Verkauf des britischen Lkw-Herstellers ERF an MAN Unregelmäßigkeiten in der Bilanz ans Licht kamen.

Ausgesprochen zurückhaltend äußerte sich Samuelsson zu der lang diskutierten Fusion mit dem schwedischen Konkurrenten Scania. „Es gibt derzeit keine Gespräche mit Scania“, sagte Samuelsson. „Aber wir hoffen, dass wir bis Ende des Jahres mehr Klarheit haben“, sagte der MAN-Chef. fas (HB)

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