Wirtschaft : MAN lenkt im Streit um Ferrostaal ein

München - Überraschende Lösung im Dauerstreit um Ferrostaal: Die beiden Eigentümer, MAN und der arabische Staatsfonds IPIC, einigten sich am Montag darauf, dass der Lkw-Bauer die an IPIC verkauften 70 Prozent der Anteile zurücknimmt. Unmittelbar danach wollen die Münchner den Essener Industriedienstleister komplett an das Hamburger Handelshaus MPC abgeben. MAN nimmt zwar bei dem Deal deutlich weniger Geld ein als ursprünglich geplant, dafür geht aber nach fast drei Jahren ein erbitterter Streit zu Ende. Außerdem ist ein lästiger Stolperstein für die Lkw-Allianz der Volkswagen-Töchter MAN und Scania aus dem Weg geräumt.

MAN bezahlt für den Rückkauf der Ferrostaal-Anteile 350 Millionen Euro an IPIC – das sind 100 Millionen weniger, als die Münchner Anfang 2009 beim Verkauf eingenommen hatten. Das Hamburger Handelshaus MPC übernimmt Ferrostaal dann für eine Summe von bis zu 160 Millionen Euro.

Der Streit zwischen MAN und IPIC entzündete sich 2009, als der Staatsfonds 70 Prozent an Ferrostaal übernahm. Die weiteren 30 Prozent sollten folgen. Doch als eine Korruptionsaffäre Ferrostaal erschütterte, schreckten die Investoren aus Abu Dhabi zurück. Sie sahen sich getäuscht über das Ausmaß der Affäre und waren nicht bereit, eine mögliche Strafzahlung für den Essener Industriedienstleister zu übernehmen. Es folgte ein langer Streit über eine mögliche Rückabwicklung des Verkaufs. rtr/AFP

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