Wirtschaft : MAN rechnet mit mehr Gewinn

Mischkonzern freut sich über volle Auftragsbücher

Nicole Huss

München – Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN hat angesichts guter Auftragsbestände in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2005 seine Jahresprognose leicht angehoben. Bei seinem ersten Auftritt vor den Aktionären auf der Hauptversammlung in München zeigte sich der neue Vorstandschef Hakan Samuelsson zudem optimistisch, sich im Jahresverlauf von restlichen Randaktivitäten zu trennen und sich ganz auf das Kerngeschäft fokussieren zu können.

„Die konjunkturellen Rahmenbedingungen erscheinen uns nach wie vor einigermaßen günstig“, sagte Samuelsson vor 1500 Aktionären. Wenn sich die Konjunktur nicht wesentlich verschlechtere, sei 2005 mit einem Umsatzzuwachs von mehr als fünf Prozent zu rechnen. Bisher hatte MAN höchstens mit fünf Prozent gerechnet. Das operative Ergebnis soll „deutlich überproportional zum Umsatz wachsen.“ Samuelsson stützte seinen Optimismus auf den guten Auftragseingang der ersten vier Monate, der bei 7,1 Milliarden Euro lag. Allein im April stiegen die Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro an.

Auch beim Verkauf seiner Randaktivitäten kommt MAN gut voran. Nachdem der Konzern jüngst die defizitäre Technologiesparte, MAN Logistics und einen Teil der Schwäbischen Hüttenwerke abgegeben hatte, sind fast alle Kernbereiche abgestoßen. Am Freitag kündigte MAN an, das Komponentenwerk im bayerischen Penzberg auszugliedern und mehrheitlich an das Management zu verkaufen. Mit der Umstrukturierung soll die Wettbewerbsfähigkeit des Werkes mit rund 700 Mitarbeitern gesichert werden. Unterdessen bekräftigte Samuelsson sein Interesse am Motorenbauer MTU Friedrichshafen. Die Gespräche mit Daimler-Chrysler dauerten an.

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) lobte Samuelsson für seinen „guten Auftakt“, kritisierte aber die anhaltenden Probleme im defizitären Bogendruck-Geschäft. MAN hatte im ersten Quartal in der Druckmaschinensparte einen operativen Verlust von 16 Millionen Euro eingefahren.

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