Wirtschaft : MAN schafft sich Spielraum

MÜNCHEN (um/HB).Die diesjährige Aktionärsversammlung der MAN AG, München, hat mit entsprechenden Kapitalmarktbeschlüssen den Weg für künftige weitere Akquisitionen bereitet.Neben einer Verlängerung des genehmigten Kapitals von 300 Mill.DM mit Bezugsrecht bis 10.Dezember 2003 billigten die Aktionäre auch ein genehmigtes Kapital II unter Ausschluß des Bezugsrechts in Höhe von 77,1 Mill.DM.Die Versammlung ermächtigte den Vorstand außerdem zum Erwerb eigener Aktien bis zu zehn Prozent des Grundkapitals.Man wolle im Bedarfsfall die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit am Kapitalmarkt erhöhen, stellte der Vorstandsvorsitzende des Investitionsgüterkonzerns, Rudolf Rupprecht, dazu fest.

Die bestehenden fünf Kerngeschäftsfelder (Nutzfahrzeuge, Industrielle Dienstleistungen, Druckmaschinen, Dieselmotoren, Maschinen- und Anlagenbau) wolle man behalten.Die Kapitalbeschlüsse sicherten die Möglichkeiten zur externen Ergänzung.Konkrete Planungen zur Nutzung der Ermächtigungen bestünden derzeit aber nicht.

In der allgemeinen "Fusionseuphorie" halte sich MAN vornehm zurück, stellten die Aktionärssprecher fest und monierten das Fehlen "grundsätzlicher Visionen".Sie stellten aber zufrieden fest, daß die Dividende für das abgelaufene, die ohne Steuergutschrift gezahlt wird, mit 16 DM wieder die Ausschüttungshöhe von 1995/96 (damals mit Steuergutschrift) erreiche.

In den ersten fünf Monaten des laufenden Geschäftsjahres 1998/99 (30.Juni) konnte der Konzern trotz einer Abschwächung bei den Industriellen Dienstleistungen und im Maschinen- und Anlagenbau den Auftragseingang um zwei Prozent auf 9,69 Mrd.DM erhöhen.Die Inlandsbestellungen nahmen um fünf Prozent zu, die Auslandsaufträge hielten sich auf dem hohen Vorjahresniveau.Der Umsatz wuchs um fünf Prozent auf 8,34 Mrd.DM, wobei alle produzierenden Bereiche zulegen konnten.Der Auftragsbestand stieg per 30.November 1998 auf 21,9 (Vorjahr 20,9) Mrd.DM.Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Rupprecht ein moderates Wachstum des Geschäftsvolumens und ein deutlich stärker steigendes Ergebnis vor Steuern.

Auf Grundlage der bestehenden Steuerpläne der neuen Regierung ergebe sich für den Konzern "eine nicht unerheblich höhere Steuerbelastung".In "entsetzlichem Umfang" werde der Konzern von der Besteuerung der Auslandsaktivitäten getroffen, wenn die derzeitigen Überlegungen zum Tragen kämen.

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