Wirtschaft : MAN schöpft wieder Hoffnung

Nach den überraschend hohen Verlusten im ersten Quartal schöpft der MAN-Konzern wieder Hoffnung. Es gebe Anzeichen, dass die konjunkturelle Talsohle durchschritten sei, sagte MAN-Chef Rudolf Rupprecht am Freitag auf der Hauptversammlung in München. Nach dem Betrugsfall bei der britischen Tochter ERF will MAN hohen Schadenersatz vom Vorbesitzer Western Star fordern. Der Gesamtschaden für MAN belaufe sich auf etwa 300 Millionen britische Pfund (rund 480 Millionen Euro). Er sehe gute Chancen.

Aktionärsvertreter kritisierten das schwache Abschneiden zum Jahresstart und wiesen auf hausgemachte Probleme hin. Erst im April besserte sich die Lage.Vor allem bei Lastwagen war die Nachfrage nach langer Flaute spürbar höher. Dadurch gab der Umsatz in den ersten vier Monaten nur noch um vier Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro nach. Der Auftragseingang brach im ersten Drittel des Geschäftsjahres um 12 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro ein. An den Prognosen für das laufende Jahr hält Rupprecht vorerst weiter fest.

Die Hauptversammlung sollte auch ein Angebot zur Umwandlung der stimmrechtlosen Vorzugsaktien in Stammaktien beschließen. Dabei können die Anleger ihre Vorzugsaktien gegen Zuzahlung von 3,30 Euro in die attraktiveren Stammaktien umtauschen. Dadurch will MAN auch den Verbleib im Deutschen Aktienindex Dax absichern. Auf der Tagesordnung stand auch die Neuwahl des gesamten Aufsichtsrats. Dabei verabschiedete sich aus Altersgründen der langjährige Vorsitzende des Kontrollgremiums, Klaus Götte. Nachfolger soll Siemens-Vorstand Volker Jung werden.

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