Wirtschaft : MAN stärkt Position im Übernahmepoker

EU gibt Rückendeckung für Fusion mit Scania

-

München - Mit starken Geschäftszahlen und Rückendeckung der EU-Kommission geht der Münchener MAN-Konzern in die letzte Phase im Übernahmepoker um Scania. „Wir sind sehr optimistisch, dass der Deal am Ende zu Stande kommt“, sagte MAN-Chef Håkan Samuelsson vor Journalisten in München. Sowohl für MAN als auch für Scania sei es für die Zukunft zu riskant alleine zu bleiben, sagte Samuelsson und warb erneut für den Zusammenschluss. Gleichzeitig dämpfte er Hoffnungen, die Münchener könnten den Preis für Scania noch erhöhen. „Ich denke der Preis ist fair“, so Samuelsson.

MAN plant, für umgerechnet 10,3 Milliarden Euro seinen schwedischen Konkurrenten Scania zu übernehmen. Doch vor allem die schwedische Industrieholding Investor, die rund 30 Prozent der Stimmrechte an Scania kontrolliert, blockt ab. Volkswagen mit 34 Prozent stärkster Scania-Aktionär, macht bislang seine Entscheidung vom Votum der Schweden abhängig. Scania-Chef Leif Östling will aber selbst die Führung des neuen Lkw-Konzerns übernehmen.

Auch die schwedischen Gewerkschaften machten erneut ihre Ablehnung gegen die MAN-Offerte deutlich. In einer am Donnerstag von der Zeitung „Dagens Industri“ veröffentlichten Erklärung hieß es: „Je länger wir analysieren, wie sich MAN die Zukunft eines gemeinsamen Lkw-Unternehmens vorstellt, desto unrealistischer und ausschließlich zum Nachteil von Scania erscheint uns dies.“ Weiter hieß es: „Wir meinen, dass ein Zusammengehen ein Beschäftigungsprojekt zur Garantie von Jobs bei MAN wäre. Aber nicht bei Scania.“

Dagegen kontert Samuelsson: „Wir haben die Initiative übernommen, also wird der neue Konzern von MAN geführt.“

Dieser Lkw-Konzern dürfte in Europa ohne größere Auflagen operieren, entschied die Europäische Kommission am Dienstagabend. Ein Zusammenschluss würde den Wettbewerb im europäischen Wirtschaftsraum nicht nennenswert beeinträchtigen. Die Brüsseler Behörde hat für die Prüfung länger gebraucht als zunächst veranschlagt, so dass MAN seine Angebotsfrist bis zum 31. Januar verlängert hat.

Der MAN-Konzern rechnet mit sehr starken Zahlen für das Jahr 2006. Das Unternehmen mit den Geschäftsbereichen Lkw, Diesel, Turbomaschinen und Anlagenbau will in diesem Jahr ein Vorsteuerergebnis von einer Milliarde Euro einfahren, nach 674 Millionen Euro im Jahr zuvor. Nach dem Verkauf der Drucksparte MAN Roland habe der Konzern keine Verlustquellen mehr, sagte Finanzchef Karlheinz Hornung.fas (HB)/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben