Wirtschaft : MAN stellt einige hundert Mitarbeiter ein

MÜNCHEN (tmh).Ungeachtet anhaltenden Preisdrucks im Lkw-Geschäft und des "Unsicherheitsfaktors Rußland" steht die MAN Nutzfahrzeuge AG, München, in der Periode 1998/99 (zum 30.Juni) vor einem erneuten Rekordjahr.Nachdem schon das Vorjahr historische Höchststände im MAN-Teilkonzern gebracht hat, sollen Umsatz und Nutzfahrzeugproduktion bis Mitte 1999 im Gleichschritt nochmals um rund fünf Prozent zulegen, kündigte Vorstandschef Klaus Schubert zur Bilanzvorlage in München an.Damit dürfte der Umsatz von 1997/98 gut 8,8 (Vorjahr 7,9) Mrd.DM die Marke von neun Mrd.DM überschreiten.In der Produktion wollen die Münchner, die sich bei Lastwagen europaweit als Nummer drei sehen, im laufenden Geschäftsjahr dem hinter Mercedes liegenden Branchenzweiten Iveco näherrücken.

Schon im Vorjahr nahm die MAN-Fertigung um gut ein Viertel auf gut 50 000 Lkw und Omnibusse zu.In Westeuropa stieg der Marktanteil bei Lkw von 13,1 auf 13,5 Prozent, bei Omnibussen in Deutschland von 18,4 auf 19,7 Prozent.Überproportional sollen 1998/99 die Gewinne steigen, nachdem schon im Vorjahr der Jahresüberschuß konzernweit um mehr als die Hälfte auf 194 Mill.DM zugelegt hatte.Ein Gewinnsprung wie 1997/98 stehe aber nicht bevor, sagte Schubert.Als Zielrendite vor Steuern peilt er fünf Prozent an.Im Vorjahr stieg dieser Wert von 2,3 auf 3,8 Prozent.Vom anhaltenden Wachstum profitiert auch die Belegschaft.Rund 400 neue Stellen wurden im laufenden Geschäftsjahr bereits geschaffen, 80 Prozent davon im Inland.Weitere neue Arbeitsplätze sollen bis Mitte 1999 noch dazukommen, kündigte Schubert an.Insgesamt dürften dieses Jahr aber nicht die Zahl von 1500 neuer Stellen wie im Vorjahr erreicht werden.Ende September beschäftigte MAN Nutzfahrzeuge fast 29 000 Mitarbeiter, davon knapp 21 000 in Deutschland.Alle Werke seien gut ausgelastet.

Strategisch halten die Nutzfahrzeugbauer am Ausbau ihres Osteuropageschäfts fest.Langfristig warte dort "gutes Potential", glaubt Schubert.Wegen der Turbulenzen in Rußland seien dortige Wachstumspläne zurückgenommen worden."Dramatische Wirkungen" für den Konzern habe das nicht zur Folge.MAN will über ein Joint-venture in Weißrußland die GUS-Staaten beliefern.Derzeit laufen in Minsk monatlich nur 20 Lkw vom Band.Auf Eis gelegt seien Pläne für ein russisches Gemeinschaftsunternehmen, das insgesamt bis zu 40 000 schrottreife russische Omibusse ersetzen soll.In Polen sei dagegen ein neues Joint-venture in Vorbereitung.Engagements in Amerika schloß Schubert kategorisch aus.

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