Wirtschaft : MAN: Vom eigenen Erfolg überrascht

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Die Münchner MAN AG hat in einem Rekordjahr 1999/2000 sowohl ihre eigenen Prognosen als auch die Erwartungen von Bankanalysten übertroffen. Vor allem internes Wachstum, aber auch diverse Zukäufe haben den Konzernumsatz in dem am 30. Juni abgelaufenen Geschäftsjahr um ein Zehntel auf 28,5 Milliarden Mark und den Jahresüberschuss um 14 Prozent auf 829 Millionen Mark gesteigert, teilte der Nutzfahrzeug- und Maschinenbauer in München mit. Auch beim Gewinn war nur mit einem Plus von einem Zehntel gerechnet worden. Den Auftragseingang hat MAN um ein Viertel und nicht wie erwartet um ein Fünftel auf 30,5 Milliarden Mark erhöht. Die Dividende soll nun von 92 Cent auf einen Euro je Aktie steigen.

Das MAN-Papier legte nach Veröffentlichung der Zahlen gegen den Trend im Dax zu. Dazu könnte auch beigetragen haben, dass die MAN-Hauptversammlung im Dezember eine Ermächtigung für den Erwerb eigener Aktien aussprechen und neues genehmigtes Kapital schaffen soll. Sowohl beim Rückkauf als auch bei der Ausgabe neuer Aktien soll es die Möglichkeit geben, sich auf eine Aktienkategorie zu beschränken. Damit könnte MAN Vorzüge aus dem Markt nehmen und den Anteil von Stammaktien erhöhen. Auch operativ ist für weitere Kursfantasie gesorgt. Im zweiten Halbjahr 2000, in dem MAN auf das Kalenderjahr umstellen will, rechnen die Münchner mit einer erneut "deutlichen Steigerung" bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis.

Für die nächste Gesamtperiode 2001 erwartet das Management dann weiteres Wachstum der wesentlichen Geschäftszahlen. Dabei baut MAN vor allem auf das im Vergleich zur Konkurrenz modernste Lkw-Programm und eine technische Spitzenstellung auch im Maschinenbau. Schon 1999/2000 ist der Mischkonzern seinem Zielwert, einer Umsatzrendite von fünf Prozent, mit 4,9 (Vorjahr 4,6) Prozent sehr nahe gekommen. Das Ziel einer Rendite von 15 Prozent auf das eingesetzte Kapital wurde mit 15,9 (15,4) Prozent erneut übertroffen. Davon profitiert auch die Belegschaft, die bereinigt um Zukäufe in der abgelaufenen Periode um knapp 1000 Frauen und Männer auf 74 324 Mitarbeiter aufgebaut wurde. Getragen wurde das MAN-Geschäft 1999/2000 durch die unvermindert dominierende Lkw-Sparte, wo ein europaweiter Boom alle Erwartungen in die Märkte übertroffen hat. Dabei konnte MAN den Lkw-Marktanteil um 2,2 Prozentpunkte steigern. Auch im Maschinenbau habe man von einer anziehenden Konjunktur profitieren können. Dazu kamen Zukäufe wie der der britischen Erf (Lkw) oder der Dieselmotorsparte von Frankreichs Alstom.

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