Wirtschaft : "Manager des Jahres" heißt Jürgen Schrempp

HAMBURG/STUTTGART (Tsp/rtr).Das "Manager Magazin" hat Daimler-Benz-Chef Jürgen Schrempp zum "Manager des Jahres 1998" gekürt.Der 54jährige sei als Architekt der spektakulären Fusion von Daimler-Benz und Chrysler ausgewählt worden, berichtete das Magazin vorab.Schrempp nannte in einem Gespräch mit dem Magazin als wichtigste Hürden für das Gelingen der größten Fusion der Industriegeschichte die Integration der beiden Firmen und deren Kulturen sowie die Erhaltung der Identität der verschiedenen Marken.Mercedes-Benz und die Automarken von Chrysler sollten klar getrennt bleiben, sagte Schrempp.Die Chrysler-Produkte sollen vor allem VW und Audi Konkurrenz machen.

Die Entscheidung der achtköpfigen Jury für Schrempp sei mit deutlichem Abstand zu den anderen Kandidaten ausgefallen, berichtete das Magazin.Die Juroren hätten zwar auf die Risiken der Fusion hingewiesen, aber Bestnoten für die Kategorie "zukunftsweisende Entscheidungen" sowie für "operative Effizienz und Shareholder Value" verteilt.Chrysler-Chairman Robert Eaton lobte seinen künftigen Vorstandskollegen in der DaimlerChrysler AG: "Der Weg, den Daimler-Benz in den vergangenen Jahren eingeschlagen hat, erforderte Führung und Courage." Chrysler-Chairman Jack Welch sagte: "Jürgen Schrempp ist der Mann, der ein großes Unternehmen ins nächste Jahrtausend führen kann."

Schrempp ist seit Mai 1995 Vorstandschef des größten deutschen Industriekonzerns und löste damals Edzard Reuter ab.Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt verordnete Schrempp dem Unternehmen eine Kehrtwende.In der Folge gab Daimler viele der unter Reuters Führung übernommenen Geschäfte wieder auf.So wurde etwa das Engagement beim niederländischen Flugzeugbauer Fokker gestoppt und die Elektrotochter AEG aufgelöst.1995 wies Daimler unter anderem als Folge der Umstrukturierung einen Rekordverlust von 5,7 Mrd.DM aus.Inzwischen erwirtschaftet der Konzern wieder Milliardengewinne.Anfang des Jahres 1998 leitete Schrempp dann die Gespräche mit Chrysler über die Fusion beider Firmen zum drittgrößten Autohersteller der Welt ein.

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