Wirtschaft : Manager sollen Pensionen offen legen Kommission will mehr Transparenz erzwingen

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Düsseldorf Der deutsche Corporate- Governance-Kodex wird überarbeitet. Die Kodex-Kommission unter Leitung des Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschefs Gerhard Cromme will neben den Vorstandsgehältern auch den Bezug von Pensionen und Sachleistungen transparent machen. Erstmals soll auch eine Empfehlung zur strittigen Frage des automatischen Wechsels ehemaliger Vorstandsmitglieder auf Aufsichtsratsposten gegeben werden. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kommissionskreisen.

Cromme will an diesem Freitag eine neue Studie zur Akzeptanz des Kodex in der Wirtschaft vorstellen und zur Weiterentwicklung Stellung nehmen. Vor drei Jahren war der Kodex von der ständigen Regierungskommission Corporate Governance verabschiedet und im Sommer 2003 um die individuelle Offenlegung von Vorstandsbezügen erweitert worden. Seitdem gab es keine Änderungen.

Unter den Mitgliedern des Gremiums ist allerdings strittig, ob neben den rund 70 bestehenden Empfehlungen nun noch weitere ausgesprochen werden sollen. Max Dietrich Kley, Präsident des Deutschen Aktieninstituts (DAI) sowie Aufsichtsrat bei BASF und Infineon, warnt etwa vor einer „Überregulierung“.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will bereits in den nächsten Wochen über ein Gesetz zur Offenlegung von Managergehältern entscheiden. Zurzeit sei die Zahl der freiwilligen Angaben noch keineswegs ausreichend, sagte sie. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hingegen lehnte eine Veröffentlichung seiner Bezüge weiter ab. „Bei uns wird das nicht der Fall sein“, sagte er der „Welt“. Den Unternehmen, die ihre Managergehälter veröffentlichen, warf Wiedeking vor, „Sozialismus auf Vorstandsebene“ eingeführt zu haben. fo/HB

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