Wirtschaft : Manager- Versicherung wird teurer

Bundesverfassungsgericht garantiert Entschädigung

München - Es sind bewegte Zeiten für Anbieter von Haftpflichtversicherungen für Manager. Rund 100 Millionen Euro muss ein Versicherungskonsortium unter Führung der Allianz für die von Heinrich von Pierer und anderen ehemaligen Siemens-Managern bei der Schmiergeldaffäre angerichteten Schäden zahlen. Bei manchen Anbietern solcher Policen gehen derzeit monatlich bis zu 50 Schadensmeldungen ein.

Auch Landesbanken haben für ihre Vorstände und Aufseher Haftpflichtpolicen abgeschlossen, aber bei ausländischen Versicherern, sagt Hartmut Mai von der Allianz. Zahlungspflichtig wird die Assekuranz nur bei Fällen, die nicht über grobe Fahrlässigkeit hinausgehen, sagt Mais Kollege Michael Krause.Skandalöse Fälle seien aber die Ausnahme, sagt Mai. „Ohne diese Versicherung gäbe es in Deutschland kaum noch Manager,“ sagt Allianz-Vorstand Axel Theis. Das Risiko eines millionenschweren Fehlers, der die eigene Existenz vernichtet, sei zu groß geworden. Unethisch finden die Allianz-Manager den Managerschutz nicht. In Deutschland sammelt die Assekuranz jährlich 300 Millionen Euro als Prämie für Managerhaftpflicht ein, schätzt die Allianz.

Prämien für Banker sind um bis zu 60 Prozent gestiegen. Bis zu 30 000 Euro kostet eine Jahrespolice pro Topmanager. Die Fehler der Banker werden bei Versicherungen keine kritische Situation heraufbeschwören, sagt Theis. Ob das Geschäft profitabel bleibt, sei erst in einigen Jahren nach der Bankenkrise klar. thm

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