Manager : Zetsche verliert Vertrauen

Der Daimler-Chef liegt in einer Umfrage unter Führungskräften auf dem letzten Platz abgerutscht.

Daimler-Chef Dieter Zetsche rutschte in der regelmäßigen "Manager nach Noten"-Umfrage des Wiesbadener Unternehmensberaters Manfred Niedner vom dritten auf den 15. und damit letzten Platz.
Daimler-Chef Dieter Zetsche rutschte in der regelmäßigen "Manager nach Noten"-Umfrage des Wiesbadener Unternehmensberaters Manfred...Foto: dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat bei anderen deutschen Führungskräften enorm an Ansehen eingebüßt. Der Manager fiel in der regelmäßigen Umfrage des Wiesbadener Unternehmensberaters Manfred Niedner vom dritten auf den 15. und damit letzten Platz zurück. Ganz vorne liegt zum wiederholten Mal VW-Boss Martin Winterkorn mit der Note 1,9. Auf Platz zwei kommt BMW-Chef Norbert Reithofer mit 2,1.

Niedner befragt alle sechs Monate 1000 Führungskräfte nach ihren Einschätzungen zu 15 ausgewählten Vorstandschefs. Dabei werden Schulnoten von eins bis sechs vergeben und Durchschnittswerte errechnet.

"Manager nach Noten". Bei der Umfrage des Wiesbadener Unternehmensberaters Manfred Niedner lag zum wiederholten Male VW-Boss Martin Winterkorn (links) mit der Note 1,9 ganz vorn. Auf dem zweiten Platz findet sich knapp dahinter BMW-Chef Norbert Reithofer (mitte) mit der Note 2,1.
"Manager nach Noten". Bei der Umfrage des Wiesbadener Unternehmensberaters Manfred Niedner lag zum wiederholten Male VW-Boss...Foto: dpa

Zwei Drittel der Befragten meinen, dass Mercedes im Vergleich zu den beiden Premium-Rivalen BMW und Audi derzeit keine gute Figur mache. „Die Verantwortung dafür, dass der Stern aktuell nicht glänzt, trägt nach dem Urteil deutscher Führungskräfte Dieter Zetsche“, schreibt Niedner dazu. Zetsches Durchschnittsnote hat sich binnen sechs Monaten von 2,4 auf 3,5 verschlechtert, damit steht er aber trotzdem etwas besser da als vor drei Jahren, als er auf 3,7 kam. Eine knappe Mehrheit der Befragten ist dafür, seinen Vertrag zu verlängern.

Von Platz sechs auf drei hat sich Bahn-Chef Rüdiger Grube mit der Note von 2,7 verbessert. Er habe einen schweren Start gehabt, schreibt Niedner. „Mit Geradlinigkeit, Glaubwürdigkeit und hohem persönlichen Einsatz ist es Grube jedoch gelungen, den schwierigen Bahn-Job in den Griff zu bekommen.“ Platz vier teilen sich Wolfgang Reitzle von Linde, Herbert Hainer von Adidas und Michael Diekmann von der Allianz mit einer Durchschnittsnote von 2,9. Dahinter liegen Marijn Dekkers (Bayer), René Obermann (Telekom) und Johannes Teyssen (Eon).

Auf Platz zehn mit einer Durchschnittsnote von 3,3 landen Anshu Jain von der Deutschen Bank und Peter Terium von RWE, die beide erst seit rund einem halben Jahr im Amt sind, sowie Christoph Franz (Lufthansa) und Frank Appel (Deutsche Post).

Auf dem vorletzten Rang findet sich Siemens-Vorstandschef Peter Löscher mit einer leicht verbesserten Durchschnittsnote von 3,4, der vor einem halben Jahr noch die rote Laterne trug. „Löscher gilt jedoch weiterhin vielen Führungskräften als die Personifizierung der Probleme bei Siemens“, schreibt Niedner. Tsp/dpa