Managergehälter : Auch Top-Manager müssen sparen

Mehr als 77 Millionen Euro verdiente Porsche-Chef Wiedeking im vergangenen Jahr. Das ist im europäischen Vergleich Spitze. Allerdings könnte die Summe bald schrumpfen. Vor allem, wenn das Gesetz zur Managervergütung durchgesetzt wird.

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Wendelin Wiedeking. -Foto: dpa

BerlinBerlin - Mit 77,4 Millionen Euro war Porsche-Chef Wendelin Wiedeking im vergangenen Jahr der bestbezahlte Manager Europas. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten neuen Gehaltsliste des „Manager-Magazins“ hervor. Grund zur Freude hat der angeschlagene Topmanager derzeit allerdings kaum: Angesichts der drohenden Übernahme von Porsche durch Volkswagen dürfte Wiedeking Mühe haben, seinen ersten Platz auch in diesem Jahr zu verteidigen. Auch bei vielen seiner Kollegen geht es bergab. Insgesamt sind die Gehälter der Top-Manager der im Deutschen Aktienindex (Dax) und im europäischen Stoxx vertretenen Unternehmen 2008 zweistellig gesunken, schreibt das Magazin. Die Chef-Gehälter der Stoxx-Firmen hätten sich um 18 Prozent vermindert, die der Dax-Konzerne sogar um 25 Prozent.

Dieser Trend könnte sich in Deutschland noch verschärfen. An diesem Freitag treffen sich nach Tagesspiegel-Informationen Unterhändler von SPD und Union, um über letzte Einzelheiten bei der Reform der Managervergütung zu sprechen. Die große Koalition arbeitet an einem Gesetz, nach dem Manager künftig mit mindestens einem Jahresgehalt für Fehler haften sollen. Bei wirtschaftlichen Problemen des Unternehmens sowie bei groben Managementfehlern soll der Aufsichtsrat die Vergütung des Vorstands kürzen. Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden und in dieser Legislaturperiode in Kraft treten.

Im vergangenen Jahr verdiente der Vorstandschef eines Stoxx-Unternehmens rund 5,7 Millionen Euro (2007: rund 6,9 Millionen Euro), im Dax waren es rund 3,6 Millionen Euro (2007: rund 4,85 Millionen Euro), wie die vom „Manager-Magazin“ und der Berliner Humboldt-Universität durchgeführte Studie besagt. Die Gehälter der Konzernchefs im M-Dax der mittelgroßen Unternehmen lagen bei durchschnittlich 1,87 Millionen (2007: 1,99 Millionen Euro).

Obwohl die Vergütung sinkt, ist das Gehalt – gemessen an der Leistung – oft immer noch zu hoch, heißt es in der Studie. Gemessen an der Börsenperformance und der Eigenkapitalrendite ist die Lücke zwischen Gehalt und Leistung vor allem bei Siemens-Lenker Peter Löscher und Ex-Arcandor-Manager Thomas Middelhoff groß. Löscher belegt sowohl im Dax als auch im Stoxx den letzten Platz. Dagegen schnitten K&S-Chef Norbert Steiner (Dax), Ex-Unilever-Chef Patrick Cescau (Stoxx) und Claus-Matthias Böge, Chef der Deutschen Euroshop (M-Dax), besonders gut ab. hej

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