„Managerin des Jahres“ : Ehrung geht 2017 an PwC-Geschäftsführerin Justenhoven

Zum 16. mal vergibt die Großbäckerei Mestemacher den Titel "Managerin des Jahres". Am Freitag wird Petra Justenhoven von PwC in Berlin geehrt.

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Petra Justenhoven (50) ist seit 25 Jahren bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und ist Mitglied der Geschäftsführung.
Petra Justenhoven (50) ist seit 25 Jahren bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und ist Mitglied der Geschäftsführung.Foto: PwC

Sie trägt Verantwortung für rund 7000 Mitarbeiter in Europa: Petra Justenhoven, Mitglied der Geschäftsführung der Frankfurter Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), wird am Freitag in Berlin zur „Managerin des Jahres 2017“ gekürt. Sie wird die 16. Titelträgerin des renommierten Preises, der seit 2002 von der Großbäckerei Mestemacher aus Gütersloh vergeben wird, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. In diesem Sinne ehrt Mestemacher mittlerweile auch die "Väter des Jahres".

Justenhoven ist Nachfolgerin von Annette Stieve, die als Deutschlandchefin und Finanzchefin für Nord- und Osteuropa beim französischen Autozulieferer Faurecia arbeitet. 2011 hatte die Sigrid Nikutta, die heutige Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den Preis erhalten.

Sie freue sich natürlich darauf, den Preis bei der Feierstunde im Hotel Adlon persönlich entgegen zu nehmen, sagte Justenhoven dem Tagesspiegel, „aber das tue ich stellvertretend für all die Menschen, die diese große Ehre mit ermöglicht haben“. Darunter sei ihr Team bei PwC und ihre Familie. Mit ihrem Ehemann, der selbst als Manager arbeitet und entsprechend eingespannt ist, habe sie stets versucht, sich gleich viel und gleichberechtigt um die Betreuung und Erziehung der beiden 1999 und 2005 geborenen Kinder zu kümmern. Auch Kinderfrau, Kita, Ganztagesschule und Großeltern halfen mit, diesen Spagat meistern zu können.

Ein halbes Leben bei einem Arbeitgeber

Geboren in Kempten im Allgäu studierte sie zunächst an der bayerischen Beamtenfachhochschule Finanzwesen. „Allerdings wollte ich keine Beamtenkarriere machen“, sagte die gerade 50-Jährige. 1997 wurde sie zur Steuerberaterin ernannt, 2001 zur Wirtschaftsprüferin, 2007 wurde sie Partnerin bei PwC, einem Arbeitgeber, dem sie nun bereits 25 Jahre die Treue hält – weil sie dort vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten fand und "auch weil das Unternehmen mir schon früh flexible Arbeitszeitmodelle ermöglicht hat“. Heute verantwortet sie für PwC den Bereich Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Beratung in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich und der Türkei. 2013 war sie als erste Frau bei PwC in den Vorstand der damaligen AG gerückt. Heute ist PwC eine GmbH, Justenhoven sitzt in der Geschäftsführung.

Justenhoven gründete vor gut zwölf Jahren mit Kolleginnen die Initiative Women@PwC. Netzwerken sei wichtig bei der Karriere, aber Frauen sollten dabei nicht nur unter sich bleiben. „Habt keine Angst vor Führungsaufgaben Seid neugierig, mutig, geht Euren eigenen Weg!“, sei ihr bester Rat an junge Frauen, sagt sie. Sie habe beobachtet, das diese öfter als Männer sich vor allem auf ihre Aufgaben fokussieren und eher zweifeln, ob sie einer neuen Herausforderung gewachsen sind. Und sie selbst? Was macht eine Überfliegerin wie Petra Justenhoven in zehn Jahren? „Sicher nicht auf dem Sofa sitzen“, antwortet sie.

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