Managerinnen : Selbst Frauen wollen keine Frauenquote

Managerinnen in Top-Positionen sind bisher rar. Würde eine gesetzliche Quotenregelung diesen Umstand ändern?

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Berlin Ein Drittel der Deutschen wünscht sich eine gesetzliche Quote für Frauen in Führungspositionen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die am heutigen Montag in Berlin vorgestellt wird und dem Tagesspiegel in Auszügen vorlag. Demnach sprachen sich 34 Prozent der Befragten für eine solche Quote aus – die Mehrheit von 64 Prozent aber dagegen.

Selbst unter Frauen bekommt die Bevorzugung keine Mehrheit: Nur 44 Prozent unterstützen eine geschlechtsspezifische Quotierung in Führungspositionen. Bei den Männern sprach sich nicht einmal jeder vierte für die Quote aus. Im Osten ist die Zustimmung mit 40 Prozent etwas höher als im Westen, wo nur 33 Prozent für die Einführung votierten.

Während die meisten politischen Parteien schon längst Frauenquoten oder ähnliche Regelungen eingeführt haben, ist der Anteil von Frauen in den Führungspositionen der deutschen Wirtschaft noch immer sehr gering. In den Vorständen der 30 Dax-Unternehmen findet sich gerade mal eine Frau: Bettina von Oesterreich als Risikovorstand des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate. Auch in nicht börsennotierten Großunternehmen sind Frauen in Top-Positionen, wie etwa Bahn-Personalvorstand Margret Suckale, die Ausnahme.

Politiker wie die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast fordern deshalb eine gesetzliche Quotenregelung für die Privatwirtschaft. Ein Vorbild könnte Norwegen sein, wo seit Januar eine Frauenquote für Aufsichtsräte gilt: 40 Prozent der Mitglieder müssen weiblich sein. Doch selbst unter den Anhängern der Grünen findet die Frauenquote für Führungspositionen laut Umfrage keine Mehrheit. Nur 40 Prozent sprechen sich dafür aus, unwesentlich mehr als bei den Anhängern von SPD (39 Prozent) und Linke (34 Prozent). Bei CDU/CSU (31 Prozent) und FDP (20 Prozent) ist die Unterstützung noch geringer.

Getrennt nach Altersgruppen hat die Quote die meisten Befürworter unter den über 60-Jährigen (40 Prozent). Am schwächsten ist der Wunsch unter den 30- bis 44-Jährigen (30 Prozent).

Forsa hatte Mitte Februar rund 1000 Bürger zum Stand der Gleichberechtigung befragt. Die vollständigen Ergebnisse werden am heutigen Montag um 13 Uhr im Museum für Kommunikation präsentiert. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion sprechen Renate Künast und Fernsehmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein zum Thema „Wie viel besser müssen Frauen sein“. (Tsp/stek)

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