Wirtschaft : Manchen Meister kann man sparen

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Von Heike Jahberg

Droht dem deutschen Handwerk das Chaos? Irrt der Verbraucher künftig orientierungs und hilflos durch die Gegend – auf der verzweifelten Suche nach einem guten Maler oder einem qualifizierten Tapezierer? Glaubt man den Grünen, brechen schwere Zeiten für die Kunden an, wenn sich Wirtschaftsminister Clement mit seinen Liberalisierungsplänen für das Handwerk durchsetzt. Nach Clements Vorstellungen sollen in vielen Handwerkszweigen bald auch langjährige Gesellen Betriebe führen und Lehrlinge ausbilden dürfen.

Der kleine Koalitionspartner traut dem Braten nicht. Wenn der Meisterzwang fällt, sollen sich die Handwerker freiwilligen Qualitätskontrollen unterziehen, fordern die Grünen. Was sie nicht sagen, aber meinen: Die Verbraucher sollten dann am besten auch nur zu den Betrieben gehen, die ein solches Qualitätsprädikat erworben haben. Denn sicher ist sicher.

Aber sicher ist nur eins. Zertifikate und Meisterbriefe kosten Geld. Viel Geld. Geld, das die Meister von heute oder die prämierten Betriebsleiter von morgen von irgend jemandem wieder einnehmen müssen. Und von wem sonst als vom Kunden? Schon heute zahlen die Verbraucher eine Stange Geld allein dafür, dass der Geselle überhaupt anreist. Und den Meister höchstpersönlich bekommt man ohnedies kaum zu sehen.

Ob der Koch gut kocht oder der Gärtner den Rasen ordentlich mäht, können Verbraucher zudem gut selbst beurteilen. Und für alle Berufe, bei denen Pfusch zu echter Gefahr führen kann, soll der Meisterbrief Pflicht bleiben. Mehr Schutz ist nicht nötig.

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