Wirtschaft : Mangolds Ausstieg aus der Maut

Wie der scheidende Debis-Chef mit seinem Dienstwagen Ex-Präsident Schewardnadse rettete

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Berlin. Vom Desaster mit der LkwMaut will Klaus Mangold nichts hören, geschweige denn darüber reden. Bei seinem letzten Auftritt als Vorstandschef von Daimler-Chrysler Services (Debis) erzählt der 60-jährige Manager lieber, dass er zum Abschied das beste Ergebnis seit Gründung der Finanzierungsfirma vor 13 Jahren hinlegen wird. Aber auch davon, dass er dem ehemaligen georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadse das Leben gerettet hat – indirekt jedenfalls. Schewardnadse hat ein Attentat nur deshalb unbeschadet überstanden, weil er ein Produkt des Hauses Daimler-Chrysler benutzte. Genauer gesagt, den gepanzerten Dienst-Mercedes des Klaus Mangold.

Den Wagen hatte Schewardnadses früherer Amtskollege Klaus Kinkel besorgt – kurz nach dem ersten Attentat auf den Ex-Präsidenten. „Der einzige gepanzerte Mercedes, der damals kurzfristig zur Verfügung stand, war mein Dienstwagen.“ Das berichtet Mangold nicht ohne Stolz und fügt hinzu, dass er es außerordentlich bedauerlich fände, wenn der frühere Außenminister Moskaus wegen seiner Verdienste um die deutsche Einheit „ramponiert abtreten müsste“. Mangold wird auch nach seiner offiziellen Außerdienststellung bei Daimler-Chrysler dem Osten verbunden bleiben, als Osteuropaberater des Stuttgarter Konzerns, als Auslandsbeauftragter der Bundesregierung und als Vorsitzender des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft.

Am 15. Dezember packt er in der Berliner Debis-Zentrale seine Sachen. Genau an diesem Tag kann Verkehrsminister Manfred Stolpe erstmals darüber entscheiden, ob der Bund den Maut-Vertrag mit Daimler-Chrysler, Deutscher Telekom und Cofiroute kündigt. Denn bis heute zeichnet sich nicht mal ein Probebetrieb ab. Doch dann ist Mangold auch nicht mehr Chefaufseher des Betreiberkonsortiums. Diesen undankbaren Job übernimmt der Telekomexperte Peter Mihatsch. Daimlers profitable Dienstleistungstochter Debis wird dagegen künftig vom 44-jährigen Bodo Knut Uebber geführt. fo

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