Wirtschaft : Mannesmann-Chef Esser wirft Briten Irreführung vor - Vodafone verschweigt Risiken der Übernahme

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Mannesmann-Chef Klaus Esser wehrt sich weiter gegen das Übernahmeangebot, das Vodafone-Airtouch den Aktionären des Düsseldorfer Konzerns am 23. Dezember offiziell vorgelegt hat. In einem offenen Brief warnt er die Aktionäre, dass Vodafone ihnen wichtige Informationen über die Risiken der Transaktion vorenthalte und fordert sie auf, sich nicht irreführen zu lassen: "Vodafone gesteht im englischsprachigen Prospekt für die neuen Vodafone-Aktien selbst gravierende Risiken ein. Bemerkenswerterweise stellt Vodafone eine deutsche Fassung dieser wichtigen Informationen nicht zur Verfügung."

Die im deutschen Umtauschdokument von Vodafone nicht beschriebenen Risiken finden sich laut Mannesmann-Sprecher Manfred Söhnlein im 443 Seiten starken englischsprachigen Prospekt, den "Listing Particulars". Etwas mehr als fünf Seiten nimmt das Kapitel "Risikofaktoren" ein. Die Briten weisen hier unter anderem darauf hin, dass die erwarteten Einsparungen aus dem Zusammenschluss beider Unternehmen möglicherweise nicht realisiert werden können und dass Vodafone in seinen unternehmerischen Handlungen eingeschränkt werden könne, wenn es nicht gelingen sollte, 75 Prozent an Mannesmann zu erlangen. Zudem könnten erhebliche Steuerverbindlichkeiten und zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit dem Verkauf der Mannesmann-Industriesparten und der Mobilfunkgesellschaft Orange auf das neue Unternehmen zukommen. Aktionäre sollten von ihrem Bankberater "die volle Offenlegung der von Vodafone im englischsprachigen Dokument selbst zugegebenen, sehr großen Risiken für Mannesmann-Aktionäre beim Tausch ihrer Aktien in Vodafone-Papiere" verlangen, schreibt Esser.

Unterdessen ist die Übernahme der Düsseldorfer Telefongesellschaft isis durch Mannesmann Arcor perfekt. Wie Arcor am Donnerstag mitteilte, genehmigten Bundeskartellamt und Aufsichtsbehörden die Übernahme von 64,9 Prozent der Anteile. Neben Arcor sind unter anderen die Stadtwerke Düsseldorf (17,5 Prozent) und die Westdeutsche Landesbank WestLB (zehn Prozent) Gesellschafter von isis.

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