Wirtschaft : Mannesmann-Übernahme: Analysten bekräftigen Kaufempfehlung für Vodafone-Aktien

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Branchenkenner loben einhellig die Strategie des weltgrößten Mobilfunkbetreibers Vodafone Airtouch. Auch die hohen Gebühren für die Lizenzen der dritten Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) halten die Analysten nicht davon ab, ihre Kauf-Empfehlungen zu bekräftigen. "Als großer Wettbewerber muss Vodafone beim Kauf von UMTS-Lizenzen dabei sein", bekräftigt Christian Lenke von der BHF-Bank. Nur kleinere Nischenanbieter könnten es sich leisten, auf die teure Technologie der Zukunft zu verzichten. Bei der Versteigerung in Deutschland wird Vodafone nach der Übernahme Mannesmanns wohl ebenso zum Zuge kommen wie bereits in Großbritannien, Spanien und Italien. In Frankreich wird Vodafone über Vivendi vermutlich ebenfalls erfolgreich sein. "Strong buy" lautet das Anlageurteil der Deutschen Bank. Die Gewinnaussichten für das Unternehmen haben die Experten allerdings um knapp 20 Prozent gesenkt. Dies sei vor allem auf die neuen UMTS-Lizenzen zurückzuführen. Die weltweiten Verbindlichkeiten für den Kauf der Lizenzen werden bei Vodafone auf rund 50 Milliarden Euro beziffert. Diese hohe Summe sei aber nach der Veräußerung des Mobilfunkbetreibers Orange voraussichtlich leicht zu finanzieren. Das glauben zumindest die Analysten bei der Deutschen Bank. France Télékom zahlt für Orange rund 40 Milliarden Euro.

"Der Preis, den Vodafone für Orange erzielt, ist viel besser als erwartet werden durfte", hebt BHF-Bank-Analyst Lenke hervor. Aus diesem Grund empfiehlt Lenke dem Anleger die Aktie unverändert zum Kauf. "Das Unternehmen agiert mit seinen Übernahmen und Beteiligungen weltweit sehr innovativ. "Wir glauben, dass sich Vodafone in Zukunft global noch besser positionieren wird", meint Lenke. Im Zuge des Übernahmekampfes um den Düsseldorfer Konzern war die Vodafone-Aktie im Februar bis auf 6,55 Euro gestiegen. Anschließend fiel der Wert allerdings ebenso rasant um rund 35 Prozent. Grund dafür war das international schwache Börsenumfeld, das Telekommunikationswerte besonders hart traf. Viele Investoren machten sich große Sorgen über die hohen UMTS-Kosten. Experten der Branche glauben, dass es 20 oder 30 Jahre lang dauern kann, ehe sich der finanzielle Aufwand für die Mobilfunkgesellschaften rechnen wird. Neben den Kosten für die Versteigerung müssen die Unternehmen eine zweistellige Milliardensumme für den Aufbau einer neuen Infrastruktur einplanen. Doch Vodafone begeistert die Experten auch völlig unabhängig aller Euphorie um die UMTS-Technologie. Insgesamt raten 24 Bankhäuser zum "Kauf", vier sagen "Halten", und nur ein Investmenthaus rät zum "Verkauf". So bekräftigte JP Morgan die Kaufempfehlung und bezeichnete die Geschäftsentwicklung als "recht knackig". Das Unternehmen hatte 1999/2000 seinen Vorsteuergewinn um knapp 50 Prozent auf umgerechnet 7,9 Milliarden DM gesteigert.

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