• Mannesmann zahlt für neue Mobilfunkfrequenzen - und die eigene Zukunftsffähigkeit - einen hohen Preis

Wirtschaft : Mannesmann zahlt für neue Mobilfunkfrequenzen - und die eigene Zukunftsffähigkeit - einen hohen Preis

Corinna Visser

Bei Mannesmann scheint das Geld derzeit sehr locker zu sitzen. Gleich zu Beginn der Versteigerung zusätzlicher Mobilfunkfrequenzen legten die Düsseldorfer ein so hohes Angebot auf den Tisch, dass die kleineren Bewerber E-Plus und Viag Interkom schon bald das Handtuch werfen mussten. Allerdings hatten sowohl Mannesmann als auch die Telekom keine Wahl. Der hohe Preis, den sie zu zahlen bereit sind, zeigt, wie dringend sie neue Kapazitäten brauchen. Sie brauchen sie, um in Zukunft nicht hinter die anderen Anbieter zurückzufallen.

E-Plus und Viag Interkom betreiben ihre Netze bereits in dem leistungsfähigeren Bereich der 1800 Megahertz-Frequenzen. Sowohl D2 (Mannesmann) als auch D1 (Telekom) können mit den zusätzlichen Kapazitäten nicht nur Engpässe im bestehenden Netz beseitigen, sie brauchen sie auch, um neue Produkte anbieten zu können: Mobiler Datenverkehr lautet das Stichwort. Experten schätzen, dass der mobile Datenfunk bis zum Jahr 2001 um rund 200 Prozent wachsen wird. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Internet-fähigen Handys auf den Markt kommen. Der Datenverkehr verlangt höhere Übertragungsraten, die E-Netze können sie bieten.

Die gerade von der Telekom vorgelegten Neun-Monats-Zahlen des Ex-Monopolisten zeigen, dass sich die Telekom dringend neue Märkte erschließen muss, will sie den Verlust im deutschen Festnetz-Geschäft ausgleichen. Und Mannesmann will selbstverständlich seine Position als Marktführer im deutschen Mobilfunk verteidigen. Der Preis, den beide zahlen, ist hoch. Aber er ist angemessen. Denn die boomenden Bereiche der Telekommunikation sind die Mobile Kommunikation und vor allem auch der (mobile) Datenverkehr.

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