• Mannesmann-Zeuge: Esser bekam Prämie aus Mitleid Großaktionär Hutchison Whampoa soll Ex-Vorstand bedauert haben

Wirtschaft : Mannesmann-Zeuge: Esser bekam Prämie aus Mitleid Großaktionär Hutchison Whampoa soll Ex-Vorstand bedauert haben

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(dpa). Der ehemalige MannesmannChef Klaus Esser hat seine umstrittene Prämie von 16 Millionen Euro im Zuge der Übernahme durch Vodafone einem Zeugen zufolge auch aus Mitleid erhalten. Der Vertreter des Hauptaktionärs von Mannesmann, Canning Fok, habe Essers Situation bedauert und sich betroffen gezeigt, sagte der ehemalige Mitarbeiter im Abwehrteam des Mannesmann-Konzerns am Donnerstag vor dem Düsseldorfer Landgericht. Der Chinese habe bei einem Mittagessen am 2. Februar 2000 angekündigt, „sich um Esser zu kümmern“. Wenige Stunden später soll der Hutchison Whampoa-Vertreter auf den Vorstandschef zugegangen sein und ihm die „Anerkennungsprämie“ offeriert haben. Der ehemalige Mannesmann-Mitarbeiter – der ebenfalls eine Prämie erhalten hat – stützte damit die Version Essers, die Prämie als Anerkennung für seine Verdienste erhalten zu haben.

Ein Investmentbanker hatte im Zeugenstand berichtet, Fok habe Esser die Prämie im entscheidenden Verhandlungsmoment angeboten, um der Übernahme zum Durchbruch zu verhelfen. Nur durch die Übernahme konnte Hutchison Whampoa eine Sperrklausel umgehen und durch den Verkauf eines großen Aktienpakets einen geschätzten Gewinn von mehreren Milliarden Euro erzielen.

Unterdessen bestätigte Esser am Donnerstag, dass Mannesmann bereits früher Ziel von Übernahmeversuchen geworden war. Ende der 80er Jahre habe Thyssen versucht, den Industriekonzern zu übernehmen. Mitte der 90er Jahre habe ein „deutscher Mischkonzern“ an einem Übernahme-Angebot gearbeitet. Bereits seit den Plänen von Thyssen Ende der 80er Jahre sei bei Mannesmann das „Projekt Friedland“ gegründet worden.

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