Wirtschaft : Mannheimer noch nicht gerettet

Krisentreffen gescheitert

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Düsseldorf (ali/cd/fw/rl/HB). Der Rettungsversuch für die angeschlagene MannheimerVersicherungsgruppe ist vorerst gescheitert. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) teilte der Mannheimer am Mittwoch mit, dass eine Sanierung „durch die Zuführung frischen Kapitals voraussichtlich nicht zustande kommen wird“. Wir haben „die notwendige Quote verfehlt“, sagten gestern übereinstimmend mehrere Teilnehmer eines Krisentreffens großer Lebensversicherer in Frankfurt. Der notwendigen Kapitalspritze für die Mannheimer Versicherung hätten so viele der insgesamt 110 deutschen Lebensversicherer zustimmen müssen, dass 90 Prozent des Marktanteils repräsentiert worden wären. Offen blieb gestern, ob es weitere Krisengespräche geben wird. Teilnehmer des Frankfurter Treffens halten das jedoch für wenig wahrscheinlich.

Die Leben-Sparte der Mannheimer hatte sich mit riskanten Aktiengeschäften verspekuliert und braucht nach einem zweistelligen Millionenverlust 2002 dringend frisches Eigenkapital. Nach Einschätzung von Insidern dürfte die Mannheimer Versicherung damit der erste Fall für die im vergangenen Jahr von der Versicherungsbranche gegründeten Auffanggesellschaft Protektor werden. Protektor soll Not leidende Lebensversicherungen fortführen, damit die Kunden zumindest ihre garantierten Summen bekommen. Protektor kann allerdings nicht den Fortbestand einer in Schieflage geratenen Versicherung sichern. Damit ist neben der Sparte Lebensversicherungen die gesamte Mannheimer Gruppe gefährdet. Zu ihr gehören auch ein Sach- und ein Krankenversicherer.

Die jetzt näher gerückte Protektor-Notlösung wollten viele Versicherer eigentlich vermeiden. Der Grund: Durch den ersten Protektor-Fall befürchtet die Branche einen schweren Imageschaden, weil Kunden nun an der Sicherheit von Lebensversicherungen zweifeln könnten. Bisher hatte die Branche alle Schieflagen von Versicherern unauffällig durch Übernahmen beseitigt.

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