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Wirtschaft : Margarete Schönemann

(Geb. 1910)||Ihr Leben im Geheimen: unzählige Herzensfreunde und -freundinnen.

Gregor Eisenhauer

Ihr Leben im Geheimen: unzählige Herzensfreunde und -freundinnen. Ein schöner Mann – aber dumm.“ Mit der ihr eigenen Herzensklugheit entschied Margarete Schönemann einen Historikerstreit, in dem sich viel zu viele Unkundige zu Wort gemeldet hatten. Wer wäre so berufen gewesen wie sie, über Wilhelm II. zu urteilen? Schließlich war sie ihm schon als kleines Mädchen begegnet, vierjährig wurde sie von ihm auf dem Arm gehalten. Mit wachem Blick hatte sie wahrgenommen, wie leer seine Posen waren – und welchen Schaden er anrichten konnte: Die kaiserliche Kutsche, unsicher gelenkt, beschädigte die Toreinfahrt des anhaltinischen Anwesens, wo er als Gast weilte.

Margarete Schönemann wusste, wovon sie redete, denn sie war selbst ein bildhübsches Kind gewesen. Schon die Mutter war berühmt für ihre Schönheit, und da sie einen Holzbetrieb mit in die Ehe brachte, und ihr Mann, von Hause aus Baumeister, auch einen gesunden Sinn für alles Geschäftliche hatte, war das Glück der Familie gesichert.

Auch deshalb wollte Margaretes einzige Schwester unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zurück nach Nienburg, dorthin wo die Folge froher Kindertage schier endlos gewesen war. Sie wurde überfallen auf dem Weg und starb. Margaretes Leben verlief glücklicher.

Beim Tanzen lernte sie ihren späteren Mann kennen. Sie hat ihn geliebt, blieb ihm lebenslang treu, trotz der unterschiedlichen Temperamente. Er studierte Aerodynamik, war unabkömmlich im Krieg, und danach unabkömmlich in den volkseigenen Forschungsstätten.

Am Rande der Stadt wohnten sie in einem Siedlungshäuschen aus den dreißiger Jahren, von ihr akkurat möbliert mit Erbstücken. Ein schön angelegter Garten, zwei Kinder. Sie gingen selten auf Reisen, blieben meist im Land, auch als die Grenze fiel. Und als ihr Mann starb und die Kinder aus dem Haus waren, hing da noch immer sein Selbstporträt, und vor allem: Es blieben die Bücher. Denn das war ihr Leben im Geheimen – sie hatte, platonisch versteht sich, unzählige Herzensfreunde und -freundinnen unter den bildenden Künstlern wie unter den Autoren. Aber ihre Auswahl war streng: Die Artisten des Worts blieben ihr zeitlebens fremd, einer wie Thomas Mann war ihr viel zu kalt. Wärmen mussten die Worte. Keine Schönredner, Begleiter für den Tag sollten die Dichter sein. Und sie konnte zwischen Tand und Talent unterscheiden, das beweißt der Schatz, den sie hinterlassen hat. Kladden, kleinkariert, mit handschriftlichen Einträgen, Zeitungsausschnitten, getippten Zitaten. Ihre Lektüretagebücher. Hunderte von Sinnsprüchen, deren Wert nicht selten darin besteht, dass sie von Autoren stammen, die nicht mehr gelesen werden, die bald in keinem Lexikon mehr vermerkt sind. Erfolgsautoren von gestern wie Karl Heinrich Waggerl, ein großer Freund und Sammler gewagt gereimter Volksweisheiten, die zu vertonen sich Mozart nicht zu schade war: „Wie sehr lach ich die Großen aus, / die Blutvergießer, Helden, Prinzen, / denn mich beglückt ein kleines Haus, / sie nicht einmal Provinzen! / Wie wüten sie nicht wider sich, / die göttergleichen Herren der Erden! / Doch: brauchen sie mehr Raum als ich, wenn sie begraben werden?“

Solche Verse hielten sie wach und unruhig, und stets war sie bereit, andere an ihren gesammelten Preziosen teilhaben zu lassen. Nicht selten ergriff sie im Privaten wie auch bei öffentlichen Vorträgen das Wort, und belehrte, dank ihres guten Gedächtnisses und ihres reichen Zitatenschatzes ihr Gegenüber eines Besseren.

Margarete Schönemann wusste, wo sie stand, und was die Welt an ihr hatte. Ihr Kronzeuge – Georg Stammler: „Dadurch wird alles Große in der Welt, dass sich ein Mensch an seiner Stelle verantwortlich fühlt – ob er es angewiesen ist oder nicht, ob man ihn sieht oder nicht, ob es ihm gedankt wird oder nicht; ja schließlich ohne die Gewähr, ob der Erfolg seiner Mühe jemals entsprechen wird, oder nicht.“ Ihr letzter Wunsch – anstelle von Grabschmuck erbat sie sich Spenden für die SOS-Kinderdörfer. Es kamen 780 Euro zusammen.

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