Maritime Konferenz : Große Chancen für maritime Wirtschaft

Die maritime Wirtschaft in Deutschland hat nach Überzeugung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem harten Wettbewerb große Zukunftschancen. Die Globalisierung ermögliche der Branche ein überdurchschnittliches Wachstum.

Hamburg - Die Branche stehe vor großen Herausforderungen, sagte Merkel (CDU) bei der 5. Nationalen Maritimen Konferenz in Hamburg. So gebe es zum Beispiel gute Umsätze im Schiffbau, die Ertrags- und Vermögenslage lasse jedoch zu wünschen übrig. "Wir sollten neue technologische Wege gehen, und Deutschland hat die besten Voraussetzungen." Die Unternehmen müssten in hochspezialisierten Bereichen ihren Platz finden.

Merkel nannte das Energiepotenzial der Meere als Zukunftsbereich. So könnten Strömungen und Wellen nutzbar gemacht werden. Auch werde die Förderung von Erdöl und Erdgas aus der Tiefsee stark zunehmen. "Deutschland sollte seine Chancen hier suchen", ermutigte die Kanzlerin. Sie warnte gleichzeitig vor einem drohenden Mangel an Facharbeitern und Ingenieuren in den maritimen Berufen, wenn die Wirtschaft junge Menschen nicht rechtzeitig dafür begeistere.

Merkel: "Unsere Planungszeiten sind viel zu lang"

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte zum Auftakt der Konferenz zu lange Planungszeiten kritisiert und bekam ausdrückliche Unterstützung von Merkel. "Unsere Planungszeiten sind viel zu lang", räumte sie ein. Mit dem Gesetz zur beschleunigten Planung von Infrastruktur würden künftig Energieleitungen, Offshore-Windparks oder auch Fahrrinnenvertiefungen einfacher möglich sein, versprach sie. Beust wies besonders auf die notwendige Vertiefung der Elbe hin, die politisch bereits 2001 entschieden worden war. Auf acht Jahre Planung würden schließlich drei Monate Bauzeit folgen. "Es dauert zu lange, bis man so etwas durchsetzen kann. Wir brauchen diese Vertiefung." Beust betonte, der große Aufschwung bei Schifffahrt, Schiffbau und anderen maritimen Wirtschaftszweigen sei nur durch das Wachstum des Welthandels möglich. "Globalisierung verdient Vertrauen und nicht Skepsis."

Merkel versprach, dass die Bundesregierung gerade auch während der EU-Präsidentschaft ein offenes Ohr für die maritime Wirtschaft haben und sich für gute Rahmenbedingungen einsetzen werde. Daher stehe sie auch weiterhin zur Tonnagesteuer. (tso/dpa)

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