Wirtschaft : Markt für Ökonomen

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Abschied nehmen hieß es für die fünf Konjunkturchefs, die das Frühjahrsgutachten geschrieben haben. Mindestens einer von ihnen wird bei der nächsten Expertise, der sogenannten Gemeinschaftsdiagnose, im Herbst nicht mehr dabei sein. Denn die Regierung hat nach 57 Jahren die Regeln geändert und einen Wettbewerb um die Prognose ausgeschrieben. Maximal vier Häuser sollen in Zukunft dabei sein, auch Ökonomen aus dem Ausland dürfen sich bewerben. Das Ziel ist, mehr Qualität fürs Geld zu bekommen – immerhin 1,3 Millionen Euro lässt sich die Regierung die Beratung im Jahr kosten. Im Mai will das Wirtschaftsministerium entscheiden, wer teilnehmen darf. Neben den fünf Etablierten haben sich das gewerkschaftsnahe Institut IMK aus Düsseldorf, das arbeitgeberfinanzierte IW aus Köln und das ZEW aus Mannheim beworben, auch die Technische Hochschule Zürich hat Interesse signalisiert. Das Berliner DIW rechnet sich selbst gute Chancen aus, zum Kreis der Auserwählten zu gehören. „Wir verfügen über eine Reihe leistungsfähiger Vorhersagemodelle, die andere nicht haben“, sagt Konjunkturchef Alfred Steinherr. Neben ihm kümmern sich zehn Fachleute um die Prognosen. brö

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