Marktanteil verdoppeln : Bahn plant Angriff auf die Billig-Busse

Die Bahn hat die Konkurrenz der Fernbusse völlig unterschätzt. Das kostet sie 120 Millionen Euro im Jahr. Nun will sie offenbar ihr eigenes Busnetz deutlich ausbauen.

Weit vorne. Das fusionierte Unternehmen MeinFernbus Flixbus hat einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Die Bahn liegt bei neun.
Weit vorne. Das fusionierte Unternehmen MeinFernbus Flixbus hat einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Die Bahn liegt bei neun.Foto: dpa

Die Deutsche Bahn will ihr Fernbus-Angebot offenbar stark ausbauen. Wie das "Handelsblatt" am Freitag berichtet, will der Konzern seinen Marktanteil im Fernbusgeschäft in den nächsten Jahren "mindestens verdoppeln".

Im Bahn-Vorstand wächst laut der Zeitung die Sorge, vor allem junge Fernbusfahrer auf Dauer als Kunden zu verlieren. Die Bahn wollte den Bericht zunächst nicht bestätigen. Bahn-Vorstand Ulrich Homburg stellt am Montag die neue Fernbus-Strategie des Konzerns vor.

Bahn fährt Start-ups hinterher

Die Bahn hat mit ihren beiden Fernbuslinien IC Bus und BerlinLinienBus nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Iges rund neun Prozent Marktanteil in Deutschland - und liegt damit weit hinter dem neuen Branchenriesen MeinFernbus Flixbus. Anfang Januar fusionierten MeinFernbus und Flixbus und decken zusammen über 70 Prozent des Marktes ab.

Die Deutsche Bahn hatte die Fernbusse zunächst unterschätzt, dabei setzt die Billigkonkurrenz und der von ihr entfachte Preiskampf den Konzern inzwischen gehörig unter Druck. Nach eigenen Angaben entgingen der Deutschen Bahn durch die Fernbusse im vergangenen Jahr 120 Millionen Euro an Umsatz.

Konzernchef Rüdiger Grube hatte deshalb im Januar ein neues Konzept für die eigenen Fernbuslinien angekündigt. Im März will die Bahn eine neue Strategie für den Fernverkehr vorlegen. (AFP)

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