MARTIN BLESSING : Der Neue kommt aus gutem Hause

Der künftige Commerzbank-Chef Martin Blessing stammt aus einer traditionsreichen Bankerfamilie. Großvater Karl Blessing war von 1958 bis 1969 Präsident der Bundesbank. Vater Werner saß unter Alfred Herrhausen im Vorstand der Deutschen Bank. Auch Martin Blessings Frau Dorothee ist Teil einer Bankenfamilie, sie selbst ist Partnerin bei der US-Investmentbank Goldman Sachs in Frankfurt und gilt als eine der am besten bezahlten Experten ihrer Branche. Ihr Bruder Axel Wieandt zieht bei der Deutschen Bank als Leiter der Konzernstrategie die Fäden. Auch Blessings im Frühjahr verstorbener Schwiegervater Paul Wieandt war eine wichtige Größte in der Bankenszene. Er sanierte in den 90er Jahren die gewerkschaftseigene Bank für Gemeinwirtschaft.

Der 44-jährige Martin Blessing bringt aber nicht nur die familiären Voraussetzungen für den Spitzenjob mit. Er hat auch selbst bereits viel Erfahrungen gesammelt. Nach der Banklehre bei der Dresdner Bank und einem Studium der Betriebswirtschaftslehre war er bei McKinsey, der Dresdner Bank und als Vorstandschef der Advance Bank tätig, bevor er 2001 in den Vorstand der Commerzbank wechselte.

Blessing genießt das Vertrauen des jetzigen Vorstands- und künftigen Aufsichtsratschefs Klaus-Peter Müller, der ihn selbst vorgeschlagen hat. In der Bank hat er bereits große Erfolge gefeiert. Derzeit ist er im Vorstand für die Mittelstandsbank und das Osteuropageschäft zuständig. Beide Bereiche laufen glänzend. In Osteuropa baut die Commerzbank ihre Position kontinuierlich aus, gerade hat sie eine Bank in der Ukraine gekauft. Blessing hat auch die Sanierung des Privatkundengeschäfts verantwortet, dort läuft es viel besser als zuvor. Zudem hatte er bei wichtigen Übernahmen seine Finger im Spiel, etwa beim Kauf von Europas Hypothekenbank Eurohypo. ro

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