MASCHINENBAU : Aufträge reichen bis April

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Die Meldung kam vor ein paar Tagen und passte so gar nicht ins Krisengetöse. „Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau lag im September 2008 um real zwei Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres“, teilte der Verband des Maschinenbaus (VDMA) mit. Das war ein Knaller, denn mit fast einer Million Beschäftigten ist der Maschinenbau die wichtigste deutsche Industriebranche. Allerdings: Nimmt man die Monate von Juli bis September, dann ergibt sich ein Auftragsminus von fünf Prozent. Die ganz fetten Jahren sind also vorbei, doch auf hohem Niveau wollen die gut 3000 zumeist mittelständischen Firmen weiterproduzieren. „Wir glauben an die Null“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse und meint damit ein Nullwachstum. „Wir werden uns auf hohem Niveau weiterbewegen.“ Unter zwei Voraussetzungen: ein vernünftiger Tarifabschluss und die Beherrschung der Bankenkrise.

Der Auftragsbestand der Maschinenbauer reicht im Schnitt bis April, in einigen Bereichen sogar bis Ende 2009. Und von einer Kreditklemme ist noch nichts zu spüren. „Unsere Firmen haben keine Finanzierungsprobleme“, sagt Hesse. Im Gegenteil. Die oft familiengeführten Firmen stünden in diesen Zeiten, in denen die Börse unberechenbar scheint, für Stabilität und bekämen daher Kredite. Zum anderen „hat sich die Eigenkapitaldecke in den vergangenen Jahren vergrößert; das trägt jetzt“, sagt Hesse. Und schließlich das Zukunftsfeld Energieeffizienz und -einsparung. Die Deutschen liegen hier technologisch vorn und haben als Weltmarktführer im Maschinenbau den Abstand zu den Verfolgern erhöht – vor allem zu den US-Firmen. Der schwächere Euro hilft auch weiter. „Ich glaube nicht an die Rezession“, sagt Hesse. alf

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