Maschinenbau : China wird Schwierigkeiten bereiten

Eine Studie des Verbandes Maschinen- und Anlagenbau prophezeit deutschen Herstellern Schwierigkeiten mit der aufholenden chinesischen Konkurrenz. Das Land entwickle sich von der Billigfabrik zur Wissensfabrik - trotzdem bereitet Produktpiraterie weiter massive Probleme.

Frankfurt/Main"Insbesondere die Hersteller von Standardprodukten mit großen Stückzahlen und langen Produktionsanläufen werden zunehmend Schwierigkeiten bekommen", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Manfred Wittenstein, in Frankfurt bei der Präsentation einer neuen Studie der Impuls-Stiftung des VDMA. Firmen mit High-Tech-Produkten und schnellem Entwicklungstempo könnten ihren Innovationsvorsprung von zwei bis drei Jahren dagegen weiter behaupten.

In der Massenproduktion seien chinesische Firmen aber schon sehr gut und würden diese Stärke - gestützt auf niedrige Arbeitskosten und staatliche Hilfen - in den nächsten Jahren ausbauen. Chinesische Firmen setzten auf Imitation, versuchten aber in prestigeträchtigen Feldern wie Kohlekraftwerke und Umwelttechnologie andere Länder zu überholen. "China entwickelt sich von der Billigfabrik zur Wissensfabrik", lautet die Schlussfolgerung der Studie.

Zwei Drittel sind von Produktpiraterie betroffen

Laut Verband unternimmt das Reich der Mitte derzeit enorme Anstrengungen, um aus dem Segment der Billigproduktion aufzusteigen. Viele Unternehmen steckten große Summen in Forschung und Entwicklung. "Der Mangel an qualifizierten Entwicklern behindert die chinesischen Unternehmen aber derzeit noch bei eigenständigen Produktentwicklungen und zwingt sie vielfach zum Kopieren", sagte Wittenstein.

Zwei Drittel der Maschinenbauer seien von Produktpiraterie betroffen und erlitten dadurch jedes Jahr rund fünf Milliarden Euro Umsatzausfälle. Der Verband fordert von der Politik ein entschiedeneres Vorgehen. "Bei der Verfolgung von Piraterie-Fällen hapert es immer noch", kritisierte der VDMA-Präsident. Für die Studie wurden 200 chinesische Politiker, Wissenschaftler und deutsche Unternehmer vor Ort befragt. (mit dpa)

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