Maschinenbau : GEA Group verkauft Lurgi

Die Bochumer GEA Group verabschiedet sich vom Großanlagenbau. Das Tochter-Unternehmen Lurgi wurde an den französischen Konzern Air Liquide verkauft.

Bochum - Das Geschäft habe ein Gesamtvolumen von rund 550 Millionen Euro, teilte die GEA Group mit. Abzüglich von Lurgi-Verbindlichkeiten ergebe sich ein Unternehmenswert von 200 Millionen Euro. Die Transaktion bedürfe noch der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden. Der Kurs der GEA-Aktie gab nach dem Bekanntwerden des Verkaufs an der Börse zunächst nach.

Das Bochumer Unternehmen konzentriere sich damit in seinem Geschäft jetzt auf den "ertrags-und wachstumsstarken" Maschinenbau in den Bereichen Nahrungs-und Genussmittel, der pharmazeutischen Industrie sowie der Energieversorgung, hieß es. Mit dem Verkauf habe das Unternehmen nun einen wesentlichen Schritt zur Neupositionierung vollzogen. GEA-Chef Jürgen Oleas kündigte eine Fortsetzung des "profitablen Wachstumskurses" mit Ausrichtung auf das Kerngeschäft an.

Umsatzzuwächse angekündigt

Erst im vergangenen Monat hatte Oleas weitere kräftige Umsatzzuwächse für die kommenden Jahre von fünf bis zehn Prozent und ein noch stärkeres Ergebniswachstum angekündigt. Kältetechnik von GEA werde derzeit ebenso stark nachgefragt, wie Spezialmaschinen für die Lebensmittelindustrie. Auch die Geschäfte mit Anlagen und Maschinen zur Herstellung von Biodiesel und Bioethanol liefen gut.

Im Geschäftsjahr 2006 hatte die GEA Group mit 17.500 Mitarbeitern einen Konzernumsatz von 4,3 Milliarden Euro erzielt. Durch Belastungen wegen notwendiger Rücklagen und zu erwartender Verluste durch die noch zum Verkauf stehende Anlagenbau-Tochter Lentjes wies GEA im vergangenen Jahr einen Verlust von 288,2 Millionen Euro aus. Mit dem fortgeführten Geschäft habe das Unternehmen jedoch ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 298 Millionen Euro erwirtschaftet, hieß es. (tso/dpa)

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