Wirtschaft : Maschinenbau geht verstärkt ins Ausland

Aber Forschung kommt zurück nach Deutschland

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Frankfurt am Main - Der deutsche Maschinenbau wird in den kommenden Jahren zunehmend Produktionsanlagen und Vertriebsableger im Ausland aufbauen. Damit ist aber mehr als bisher auch die Schaffung von neuen Stellen oder zumindest die Sicherung bestehender Arbeitsplätze in Deutschland verbunden. Das geht aus einer am Mittwoch vom Maschinenbau-Verband VDMA und vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) vorgestellten Studie hervor. Demnach werden knapp die Hälfte der deutschen Maschinenbauer, die im Ausland produzieren, in diesem Jahr in Deutschland neue Mitarbeiter einstellen.

Kaum ein Thema ist für die Firmen hingegen die Verlagerung von Forschung und Entwicklung über die Grenzen. „Da sehen wir eher die Tendenz zur Rückverlagerung“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. Entscheidend dafür sind die überdurchschnittlich gut ausgebildeten Experten in Deutschland.

Generell aber wird die Tendenz zur Internationalisierung auch im deutschen Maschinenbau anhalten. „Wettbewerb und Markt zwingen uns dazu“, betont VDMA-Präsident Dietmar Brucklacher. „Wir hätten weniger Jobs im Inland, wenn wir nicht im Ausland aktiv wären.“ Brucklachers Schätzungen zufolge gäbe es dann im deutschen Maschinenbau heute 200 000 Arbeitsplätze weniger. Derzeit beschäftigten die Unternehmen in Deutschland rund 860 000 Mitarbeiter, im Ausland sind es noch einmal 260 000. In den vergangenen 15 Jahren hat die Beschäftigung jenseits der Grenzen um rund 90 000 Mitarbeiter zugelegt, in Deutschland dagegen wurden rund 250 000 Stellen gestrichen.

Der Zug ins Ausland wird nach Erkenntnissen des IW in den kommenden drei Jahren anhalten. „Rund ein Fünftel der Maschinenbauer plant einen Neuaufbau oder einen Ausbau der Produktion im Ausland“, sagt Hüther. Der Anteil der Firmen, die im Ausland eigene Fabriken betreiben, wird sich insgesamt aber nicht erhöhen. Er liegt bei etwa einem Fünftel. ro

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